Page 31 - Clubnachrichten SAC Burgdorf 2022-2
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Berichte                                                         Winter


      Skitour Hohniesen - Wyssi Flue
      Leiter:	    Peter	Stähli	(Bericht),	Peter	Grogg
      Teilnehmende:   Thomas,	Michael,	Paul,	Andreas,	Adrian,	Nadja,	Yves,	Theres,	Giorgio,	Katja
      Bei	unserem	Eintreffen	in	der	Chirelsagi	ist	der	Park-  Westlich	des	Gipfels	finden	wir	Hänge,	die	es	erlauben,
      platz	bereits	recht	voll,	unsere	3	Fahrzeuge	passen	aber	  den	 steinigen	 Bereich,	 durch	 den	 die	 Aufstiegsroute
      noch	mit	Spielraum	an	den	Strassenrand.	Um	0845	  führt,	zu	umgehen.	Und	die	Schneequalität	ist	auch
      Uhr	starten	wir	und	folgen	gemächlich	der	Normal-  hier	 viel	 besser	 als	 erwartet.	 „Pulver	 gut“,	 lässt	 sich
      route	entlang	des	Chirelbaches.	Die	grossen	Karawa-  sagen.	Nur	die	Suche	nach	einem	Sulzhang	endet	in
      nen	sehen	wir	nicht,	die	haben	Vorsprung	oder	sind	  leicht	gedeckeltem	Schnee.	Diesem	entgehen	wir	aber
      bereits	Richtung	Gurbsgrat	abgebogen.  nach	wenigen	Metern	und	finden	wieder	schönen	Pul-
      Im	 Hinderste	 Chirel	 gibt	 es	 eine	 kurze	 Pause,	 dann	  verschnee.	Den	krönenden	Abschluss	bildet	nochmals
      steigen	wir	mit	einer	kleinen	Abkürzung	dem	Fahrweg	  der	unterste	Hang	der	Wyssi-Flue-Abfahrt,	der	allen
      entlang	hoch	bis	über	die	Waldgrenze.	Hier	entschei-  einen	noch	unbefahrenen	Sektor	bietet,	um	eine	eige-
      den	wir	uns,	zuerst	die	Wyssi	Flue	zu	besuchen.	Deren	  ne	Spur	zu	ziehen.	Zum	Glück	haben	wir	während	der
      Hänge	sind	noch	unberührt,	so	dass	knapp	400	Hö-  ersten	Runde	noch	nicht	alles	umgepflügt.
      henmeter	neu	zu	spuren	sind.	Die	zunehmend	steilen	  Gegen	den	Waldrand	zu	ist	wieder	Vorsicht	geboten,
      Hänge	und	die	rutschige	Unterlage	fordern	ihren	Tri-  da	hier	die	Schneedecke	nicht	allzu	dick	ist.	Ich	lerne	es
      but,	mit	gegenseitiger	Hilfe	und	guten	Tipps	kommen	  auch,	aber	auf	die	harte	Tour,	fahre	ich	doch	mit	beiden
      aber	alle	hoch	in	den	Sattel.	Hier,	bei	Pt.	2299,	lassen	  Skiern	auf	einen	im	Schnee	nicht	erkennbaren	Stein
      wir	unseren	ersten	Gipfel	sein.	Den	höchsten	Punkt	  auf.	Zum	Glück	gehen	die	Bindungen	sofort	auf,	„dank“
      der	Wyssi	Flue	schenken	wir	uns,	denn	die	Felskraxelei	  genügend	Schwung	setze	ich	die	Abfahrt	aber	noch
      dorthin	würde	zu	viel	Zeit	kosten.	Stattdessen	gönnen	  ein	wenig	fort,	im	freien	Flug,	immerhin	ca.	7	Meter.
      wir	uns	eine	ausgiebige	Pause,	auch	Bouillon,	Kaffee,	  Die	Landung	im	Schnee	ist	unsanft.	Zum	Glück	alles
      Güezi	und	Kirsch	fehlen	nicht	und	geben	wieder	Kraft	  ganz	geblieben…
      für	die	erste	Abfahrt.                Den	Fahrweg	hinunter	zum	Hinderste	Chirel	meistern
      Diese	 lohnt	 den	 anstrengenden	 Aufstieg.	 Nur	 im	  wir	grösstenteils	rutschend,	immer	bemüht,	nicht	an
      obersten	 Hang	 spürt	 man	 unter	 dem	 unberührten	  einer	der	zahlreichen	Lawinenknollen	hängen	zu	blei-
      Pulverschnee	noch	die	rutschige	Unterlage,	der	Rest,	  ben.	Kurz	vor	dem	Talgrund	gibt	es	aber	noch	einen
      bis	auf	eine	Höhe	von	1900	m.ü.M.,	ist	ein	Traum	in	  recht	gut	zu	fahrenden	Hang	mit	genügend	„Polster“.
      Pulver.	Es	folgen	eine	kurze	Pause,	Tenueerleichterung	  Zum	Schluss	folgen	wir	wieder	dem	Bach,	über	den
      und	 Anfellen.	 Dann	 nehmen	 wir	 unter	 der	 intensiv	  pistenähnlichen	Fahrweg.	Ca.	1640	Uhr	sind	wir	wie-
      wärmenden	 Sonne	 den	 Aufstieg	 Richtung	 Honiese	  der	bei	den	Autos.	Die	Karawanen	sind	bereits	weg.
      in	Angriff.	Während	unseres	Abstechers	auf	die	Wyssi	  Trotz	fortgeschrittener	Stunde	lassen	wir	es	uns	nicht
      Flue	sind	die	Karavanen	bereits	wieder	vom	Honiese	  nehmen,	den	Hirschen	Oey-Diemtigen	zu	besuchen.
      verschwunden,	so	dass	wir	den	Berg	nun	für	uns	ha-  Und	wir	haben	Glück:	Es	ist	offenbar	der	letzte	Tag	der
      ben.	Der	Aufstieg	bis	zum	Westgrat	zieht	sich,	es	wird	  Saison,	an	dem	Crèmeschnitten	auf	der	Karte	sind,	und
      spürbar,	dass	wir	vorher	schon	einen	Gipfel	gemacht	  es	sind	noch	welche	für	uns	übrig.
      haben.	Dank	gemächlichem	Tempo	erreichen	aber	alle	  Dank	Crèmeschnitten	und	der	Situation	angepassten
      den	Grat,	dann	das	Skidepot	und	schlussendlich	den	  Getränken	(u.a.	auch	Weizenbier)	ist	die	erste	Regene-
      Gipfel	des	Honiese.	Ein	imposanter	Rundblick	über	die	  ration	sicher	gewährleistet.	Und	der	gesellschaftliche
      Niesenkette,	 das	 Jungfraugebiet,	 das	 Gemmigebiet,	  Teil	rundet	jede	SAC-Tour	ab,	es	ist	immer	wieder	eine
      den	 Strubel,	Waadtländer	 und	 Freiburger	 Alpen,	 die	  Freude,	die	Tour	nochmals	Revue	passieren	zu	lassen,
      Stockhornkette	 und	 das	 Mittelland	 tut	 sich	 auf.	 Ein	  zu	fachsimpeln	und	sich	auch	über	andere	„Heldenta-
      Traum,	bei	solchem	Prachtwetter	einen	solchen	Gipfel	  ten“	am	Berg	auszutauschen.
      ganz	für	sich	zu	haben!               Vielen	Dank	allen	fürs	sportliche	und	engagierte	Mit-
      Wir	lassen	uns	auch	hier	Zeit	für	eine	ausgiebige	Pause.	  machen,	den	Fahrern	fürs	Fahren	und	Peter	Grogg	für
      Die	rund	1800	Höhenmeter	Aufstieg	spüren	die	mei-  die	Leitung	seiner	Gruppe.	Es	war	mir	eine	Freude,	Euch
      sten	doch	ein	wenig.	Bouillon-	und	Kaffeereste,	Güezi	  diese	erweiterte	Version	der	Honiese-Tour	zeigen	zu
      und	auch	ein	Gütschi	Kirsch	geben	allen	den	nötigen	  dürfen.	„Lange	Tour,	gute	Tour“.
      Biss	für	die	Abfahrt.
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