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Das Lötschental in seiner ganzen Pracht

Nun geht es kein Jahr mehr, bis ich pensioniert bin. Zeit, sich vorzubereiten: Was mache ich, wenn ich nicht mehr meiner täglichen Arbeit nachgehen kann? So bin ich vor ein paar Jahren dem SAC beigetreten mit der Absicht die Berge zu geniessen. Immer wenn ich es mir beruflich leisten konnte, habe ich an einzelnen Wanderungen der Senioren teilgenommen und habe interessante Leute kennen gelernt, mit denen ich engagiert, in Freundschaft und Toleranz diskutieren konnte. Meist waren wir anderer Meinung, doch das hat der guten Atmosphäre keinen Abbruch getan.

So habe ich mich am 12. September nicht nur auf die Wanderung, sondern auch auf interessante Begegnungen gefreut. Und ich wurde bestens zufrieden gestellt. Schon im Zug nach Goppenstein gingen die Diskussionen los und das Ziel war im Schwick erreicht. Nun galt es, ins Postauto umzusteigen. Das brachte uns bis nach Wiler. Mit der grossen Schwebebahn kamen wir auf die Lauchernalp hinauf, auf der wir das traditionelle «Kaffee und Gipfeli» genossen. Die Nase in die Sonne strecken, das hat gutgetan.

Nun wurde es seriös. Margrit Theis, die Wanderleiterin führte uns bergauf. Wir wanderten nicht wie es viele machen taleinwärts, sondern talauswärts. Es war heiss und die ersten Schweisstropfen fielen. Doch das Lötschental wurde immer schöner, die Aussicht veränderte sich. Das Bietschhorn auf der anderen Seite des Tals präsentierte sich in seiner vollen Schönheit.

Wenn ich nicht auf den Weg schauen musste, genoss ich die Horizonterweiterung. Ich lebe und arbeite wohl an schönen Orten, geniesse auch dort die wunderschönen Landschaften des Emmentals und des Bucheggberg. Trotzdem tat es gut, einmal die Walliser Alpen, die Wälder und Bergmatten zu bestaunen. Einmal etwas ganz anderes erleben. Das liess mich tiefer atmen. Die Welt ist weiter, als ich das im Alltag erlebe.

Abschliessender Höhepunkt war für mich die Faldumalp. Die kleine Kapelle weckte mir ganz schöne Erinnerungen an meine jungen Jahre. Hier durfte ich schon als Theologiestudent ein Paar verheiraten.

Dann kam der grosse Abstieg ins Tal, der mir in den folgenden Tagen Muskelkater in den Oberschenkeln bereitete. Unten in Ferden waren wir alle tief enttäuscht: Es gab kein Restaurant mehr! Zum Glück wusste eine Einwohnerin, dass es im zehn Wanderminuten entfernten Kippel eine Beiz hatte. Nichts wie los! Für mich und ein paar Andere ein Bier zu Belohnung für die grossartige Leistung.

Um ein wunderschönes Erlebnis reicher stiegen wir alle in Burgdorf aus dem Zug und hatten zuhause viel zu erzählen.

Leitung: Margrit Theis               Fotos: Martin Leuzinger, Urs Häberli

Teilnehmende: Ernst Gehrig, Urs Häberli, Martin Leuzinger, Beat Schmid, Theres Ramseyer, Armin Schütz, Rolf Bürki, Eugen Seiler, Christoph Zeller

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