00

Von Simplon Dorf bis Passhöhe, 29. 8.19

Nach langer dreistündiger Zug- und Postautofahrt geniessen wir fürs erste Kaffee mit Gipfeli im Restaurant „Simplon“. Gegen halb Elf geht es los, Stöcke einstellen, Rucksack auf. Zuerst durch das Dorf Simplon mit seinen gepflegten Fassaden, vorbei an liebevoll unterhaltenen Hausgärtchen, einem Grenzstein aus alten Säumerzeiten. Bald liegt das Dorf hinter uns. Hie und da ein Blick zum Himmel, alles blau mit friedlichen Wolken, beruhigend, dazu ideale Wandertemperatur um 19 Grad. Unser Weg führt uns an weiten Wiesen mit fleissigen Bauern beim Emden vorbei.  Wir durchqueren lichte Lärchenwälder, den Schatten geniessend. Unterm Rossberg zeugen riesige, teils bewachsene Steinblöcke vom Bergsturz anno 1930. Bald passieren wir den Weiler Egga 1588 m.ü.M. Ein Brunnen am Wegrand spendet kühles Wasser. Richtung Simplon Dorf erscheinen Wenghorn und Bodmerhorn am Horizont. Unser Weg ist von Trockenmauern gesäumt und folgt dem Chrumbach. Auf der gegenüberliegenden Talseite die wichtige Passstrasse von Brig nach Domodossola mit ihrem Verkehrsgebrumme. Bananenhalt nach der ersten Wanderstun-de. Bald geht es flott weiter, bei einer alten Steinbrücke überqueren wir den Chrumbach Richtung Maschihuis. Zeitweise beginnt der Weg jetzt stärker zu steigen, um dann aber wieder zum parkähnlichen, mittelalterlichen Pfad zu werden. Stockalper baute den Säumerpfad aus, meisselte teils Stufen in den Fels, suchte neue Wege. Unser Weg führt jetzt nah an der von einer Galerie geschützten Passstrasse vorbei, in Sichtweite das Restaurant Engeloch, leider schon Jahre geschlossen. Unseren Mittagshalt geniessen wir am Ufer des Chrumbachs. Einige von uns nutzen die Zeit für ein kühles Fussbad im Wildbach, herrlich erfrischend. Weiter geht es, an umgenutzten, vereinzelten Ferienhäusern vorbei, durch parkähnliche Landschaft, dann folgt wieder ein in den Fels gehauener, stärker ansteigender Pfad. Teils säumen verblühte Alpenrosen, Farne, Heidelbeersträucher und immer wieder in Haufen stehende, grosse, rote Weideröschen unseren Weg. Ab der Niederalp steigt der Weg teilweise wieder stärker an. Helikopterlärm zeugt von Aufräumarbeiten auf dem Panzerschiessplatz unter uns. Vor uns, in der Gampisch Ebene, das 1902 erbaute, eindrückliche Barralhaus mit 120m Länge, für die Missionsgesellschaft Betlehem als Ferienhaus gebaut. Seit 2007 wird das Gebäude von der Armee genutzt. Östlich davon, für uns auf Augenhöhe, das von Kaspar Jodok von Stockalper 1666 fertig erstellte fünfstöckige Hospiz. Es ersetzte das damals verfallene Kloster im Talgrund. Unser Weg geht nach dem obligatorischen Gruppenbild weiter Richtung Passhöhe. Hier schlängelt sich der Pfad zeitweise über angelegte Granitplatten, von K. Stockalper bis zu drei Meter Breite ausgebaut, den Berg hinauf. Noch ein Blick zurück, das Magehorn, Wyssbodehorn, Hübschhorn im besten Licht.  Vor uns, linker Hand, ein nächstes vorgesehenes Ziel von Sämi: das Staldhorn. Bei andern kommen mittlerweile Erinnerungen an eine Tour beim Monte Leone auf, - den Meisten egal, die Passhöhe mit seinem Restaurant gewinnt an Faszination und Zugkraft. Wir sind angekommen am Ziel, auf 2006 m.ü.M. Das Wetter hat sich, trotz fernem Donnergrollen, dazwischen dunklen Wolken, gut gehalten. Ein ganz herzliches Danke geht an Sämi für die gut vorbereitete Durchführung unserer tollen Tour.

Leitung: Samuel Germann            Fotos: M.Leuzinger, K.Hartmann, U.Häberli

Teilnehmende:  Stephanie Baumgartner, Peter Frank, Hildi Frank, Elsbeth Zingg, Erna Hofer, Margrit Theis, Armin Schütz., Fränzi Marbot, Madeleine Häberli, Urs Häberli, Kurt Hartmann, Aschi Gehrig, Beat Schmid, Marianne Süess, Klaus Süess, Brigitte Aegeter, Georges Fleuti, Bruno Schneider, Martin Leuzinger

Melde dich mit deinem Benutzer an, um Kommentare zu erstellen.