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"I hätt no e bescheideni Frag" wendet sich Sämi beim Mittagshalt an mich. Und ich weiss schon, was er möchte: "ob ich ein Brichtli über diese Tour schreiben könnte". Natürlich mache ich das gerne, denn an eine schönere Winterwanderung kann ich mich kaum erinnern!

Die Luftseilbahn bringt uns sechs Seniorinnen und sechs Senioren über die kalte und schattige Nordwestflanke rund 600 Höhenmeter auf die sonnige Plattform der Marbachegg (1480 m). Unter einem bilderbuchhaften stahlblauen Himmel begrüssen uns die beiden majestätischen Kulissen der Schrattenfluh und des Hohgant. Sie werden uns auf unserem Abstieg nach Bumbach ständig begleiten. Aber vorerst genehmigen wir in der heimeligen Gaststube des Berghauses einen Kaffee und das Gipfeli. Dann schnallen wir auf der Sonnenterrasse die Schneeschuhe an, setzen die Sonnenbrille auf und stellen die Stöcke auf die richtige Länge ein. Sämi informiert uns, dass es sich um eine leichte Tour handle und wir genügend Zeit für den Abstieg zur Verfügung hätten. Ja, genügend Zeit brauchen wird, um diesen Winterzauber pur in guter Kameradschaft geniessen zu können. Der Weg führt zuerst auf dem Grat nach Westen zur Gassenegg. Rechts durch die Tannen erblickt man die Jurakette mit den sanften Höhen des Chasserals, der Hasenmatt und dem Weissenstein. Gegen Süden erkennt man zwischen der markanten Nase des Schibegütsch und dem Furggegütsch die Brienzerrothornkette mit dem Tannhorn, dahinter einige Gipfel der Berner Alpen. Das Kemmeribodenbad liegt noch tief im Schatten. Rechts vom Hohgant wandert der Blick in den Übergang zum Justistal, der Sichel, eingebettet zwischen den Sibe Hängste und dem Burst.

Der Pfad führt nun vom Kamm nach Osten hinunter zum Lochsitebärg und Wittenfärren. Viele Kinder mit Startnummern tummeln sich hier und bereiten sich auf das Skirennen vor. Beim ersten Halt auf rund 1300 m genehmigen wir einen Trunk oder eine Frucht aus dem Rucksack. Dann geht es weiter bergab, teils auf dem Schnee gepflügten Strässchen, teils über die Weiden und unter Zäunen hindurch. Kurz nach der Kantonsgrenze lädt ein Bänkli zur Mittagsrast ein, bietet aber nur Platz für einen Teil der Gruppe. Die andern machen es sich auf den Schneewällen am Strassenrand gemütlich. Hier auf ca. 1160 m geniessen wir einen weiten Blick auf den Bumbach mit den verstreuten Bauernhöfen und dem Skilift von Beat Feuz. Unsere Wanderung klingt in der "Alpenrose" aus, wo uns nebst der Tranksame ein würziger  Bergkäse oder ein Fleischplättli aufgetischt wird.

Herzlichen Dank dem umsichtigen und gemütlichen Leiter, Samuel Germann, für diesen prächtigen Tag!

Leitung: Samuel Germann                                         Fotos: Urs Häberli

Teilnehmende: Bernadette Germann, Brigitte Aegerter, Stefanie Baumgartner, Trudy Hess, Erna Hofer, Urs Häberli, Theres Jomini, Adrian Jost, Hansueli Schranz, Walter Steiner,  

Kurt Oppliger

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