Terminkollisionen und Erkältungsviren lassen die Teilnehmerzahl für diese Tour rascher schmelzen als die gegenwärtigen Frühlingstemperaturen den Schnee. Doch immerhin 7 Unentwegte und Gesundgebliebene finden den Weg in die Osthänge des Rauflihorns:

  • Leiter: Peter Stähli
  • Teilnehmer: Christine Lobsiger, Giorgio Tedde, André Hess, Moritz Jakob, Ueli Ramseyer, Adrian Mischler

Wir starten um 0820 Uhr beim PP Vordere Fildrich, der sehr stark belegt ist, und folgen in mässigem Tempo einer autobahnähnlichen Spur Richtung Steibode.

Bei Pt. 1506 verlassen wir das Modetouren-Gelände und folgen dem Fahrweg zur Alp Nessli. Zwei Stellen sind etwas verschüttet, unten dran Steilhänge bzw. eine kleine Fluh, so dass ich aus Sicherheits- und Komfortgründen eine Spur hacke. Ab jetzt und bis zum Gipfel wird es einsam.

Die folgenden Hänge sind steil, aber gut gespurt und zeigen sich in bester Verfassung für lohnende Pulverschneeabfahrten. Dank der Schattenlage ist es angenehm kühl. Nach ca. 2 h 30‘ kommen wir aus dem Schatten in den besonnten Gipfelhang. Augenblicklich wird es heiss. Schweiss rinnt, Gedanken an kühle, prickelnde, schäumende Erfrischungsgetränke nehmen Form an…

Nach knapp 3 h sind wir auf dem Gipfel, ohne dass wir auf der Ostseite dieses so populären Berges andere Tourengänger angetroffen hätten. Da der Gipfelhang schon recht aufgeweicht ist, verzichten wir auf die Abfahrt in die Grimmifurggi. Lieber geniessen wir eine kurze Gipfelrast bei traumhaft schönem Wetter. Noch ist die direkte Einfahrt in den zuoberst bis 40° steilen Osthang möglich, eine Stunde später wäre sie nicht mehr sicher. Wir lassen uns die Gelegenheit nicht entgehen; ein langgehegter Traum des Schreibenden geht in Erfüllung. Dem frühlingshaften Gipfelhang folgen drei Hänge im Schatten, alle kaum verfahren. Wir zeichnen unsere eigene Spur in traumhaftem, gut gesetztem Pulverschnee.

Auf der Alp Raufli angekommen entscheiden wir, keine Zusatzschlaufe in der Chiley anzuhängen, sondern uns an Ort und Stelle noch einige Bonushänge zu gönnen. Es hat noch viel unverspurtes Gelände… Nach einer Stunde Wiederaufstieg sind wir in einem Couloir, dass östlich der Raufliegg in die Höhe führt. Kurz bevor das Couloir steiler als 40° wird machen wir uns auf einem Podest bereit für die Abfahrt. Es folgt eine grandiose Abfahrt durch einen noch nicht befahrenen Steilhang, wiederum bei bestem, gut gesetztem Pulverschnee. Einzeln abfahrend haben wir eine gute Sicherheitsmarge. Jubelschreie hallen durchs einsame Tal, nur hört sie niemand ausser uns, denn nach wie vor sind wir die Einzigen auf der Ostseite… Auch für die weitere Abfahrt auf die Alp Raufli finden wir noch eine unbefahrene Rinne.

Schliesslich folgt das Schlussbouquet mit der Steilabfahrt zur Alp Nessli. Auch dieser Hang, obwohl schon befahren, bietet sehr viel Platz für eigene Spuren. Es folgt die Abfahrt über den Fahrweg zurück Richtung Chiley. Dank der sehr disziplinierten Gruppe gelingt auch dies ohne Komplikationen, die heiklen Stellen sind mit der nötigen Vorsicht schnell passiert. Nach 5 h 30‘ sind wir zurück im Vordere Fildrich, um rund 1300 Höhenmeter bei schönem Frühlingsschnee und einfach perfektem Pulverschnee reicher und glücklich über die genussreiche Tour. Im Hirschen Oey-Diemtigen stärken wir uns für die Heimfahrt.

Fazit: Einfach alles perfekt. Wetter, Schneeverhältnisse, einsames, etwas anspruchsvolleres Skigelände, eine starke, disziplinierte Tourengruppe. Chapeau und danke fürs Mitmachen!

 

 

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