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Schlucht „Le Gore Virat“ und der Mont Raimeux

Die Wettervorhersagen für Donnerstag den 10.Oktober waren so ungünstig, dass die Wanderung auf den Freitag den 11. verschoben werden musste. Nach den regnerischen Tagen belohnte uns dafür ein ideales Wetter mit blauem sonnigem Himmel und wundervoller Sicht auf die ferne Alpenkette ab Appenzell bis Freiburg.

Am frühen Morgen versammelten sich bei kühlen Temperaturen 13 Personen auf dem Burgdorfer Bahnhof. Die SBB überraschte mit einigen Problemen. Die Fahrplananzeigen und die Billetautomaten funktionierten nur teilweise, die am Schalter anwesende Lehrperson war überfordert beim Ausstellen von zwei Billeten Burgdorf-Corcelles und Moutier-Burgdorf.

Corcelles ist eine kleine Station nach dem grossen Juratunnel, von wo der Aufstieg durch die Le Gore Virat - Schlucht begann. Es waren 703 Höhenmeter zu überwinden, recht steil und in Folge der vorangegangenen Regentage sehr rutschig, aber topographisch und landschaftlich ausserordentlich schön. Allmählich minderten sich der Hochnebel und die Kälte, so dass Jacken und Pullover langsam aber sicher in den Rucksäcken verschwanden. Unser Leiter Armin Schütz führte überlegen durch die enge Schlucht mit Wald und Felsen und verpasste nur selten die Wegkurven. Und so wie es ist mit Gruppen, welche sich nach einem Unterbruch beim Wandern wiederfindet, begann der erlösende kollektive Schwatz, begleitet vom Rauschen des Wasserfalls. Themen von Gesundheit bis Erdsonden mussten engagiert behandelt werden bis einmal die Batterien leer waren. So war es dann auch, am Ende des Aufstiegs empfing uns im glückseligen Sonnenlicht wie den Gefangenen im Fidelio eine wundervolle Jura Hochebene, genannt Raimeux de Crémines mit einem Gehöft inklusive Restaurant, wo es eine wohlverdiente Kaffestärkung gab.

In der Folge ging es noch weiter aufwärts, allerdings in einer viel offeneren Landschaft. Auch hier war der Boden wasserdurchtränkt, so dass Erdschollen und Kuhfladen kaum zu unterscheiden waren, dafür an Schuhen und Hosen kleben blieben. Ebenso tauchten vereinzelte Blumen auf, dank welchen man sich vorstellen konnte, wie vermutlich im Frühling der Blumenteppich aussieht. Auf der Höhe des Berggrates, welchem wir in Richtung Süden folgten, gab es erste Ausblicke in die Tiefe, die einen meinten in Richtung Chaux-de-Fonds, die anderen waren zufrieden mit Delémont. Wie auch immer, wir landeten zeitgerecht auf dem Mont Raimeux mit seinem Aussichtsturm, welcher ein einfaches Betonskelettgestell mit einem nicht kindergerechten Leiteraufstieg ist. Es war Zeit für das mitgebrachte Mittagessen, welches im Vergleich mit anwesenden welschen Compatriotes - mit einem Fonduekocher versehen-, bescheiden ausfiel. Dafür wurden wir dank einem hilfsbereiten Francophonen fotogen in der Gruppe festgehalten.

Weiter ging es über grosszügige Felder zu einer Ansiedlung mit Namen Raimeux de Grandval. Mancher von uns wird sich die Frage gestellt haben, wie wohl das Leben im Winter hier oben funktionieren kann, vermutlich sehr abgeschieden, unzugänglich bei grosser Kälte und vielem Schnee. Wir hatten dieses Problem zum Glück nicht und begannen den Abstieg mit den fast endlosen Haarnadelkurven und den 828 Höhenmetern bis Moutier. Die Leute welchen wir begegneten, begrüssten uns auf französisch und im Buffet de la Gare bissen sie uns die Köpfe nicht ab. Wir streiten nicht ab, dass wir nach den 13 km und den 5 h Wanderzeit etwas gerädert in den Zug nach Solothurn stiegen.

Wir sind Armin Schütz dankbar für seine gute Vorbereitung und Führung und dem Wettergott ebenfalls für das tolle Wetter, welches uns die schöne Landschaft näher gebracht hat.

Leitung: Armin Schütz               Fotos: Martin Leuzinger, Urs Häberli     

Teilnehmende: Heinz und Esther Beutler, Samuel und Bernadette Germann, Heinz Kurth, Eugen Seiler, Urs Häberli, Martin Leuzinger, Peter Frank, Stephanie Baumgartner, Rolf Bürki, Elsbeth Zingg

 

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