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Am letzten Maitag standen am Morgen zur frühen Stunde 17 unentwegte SAC- SeniorenInnen vor dem Bahnhof Burgdorf und schauten besorgt in den grauen und düsteren Himmel. Als ungünstiges Zeichen bestiegen zudem in Kerzers Fahrgäste den Zug mit nassen Schirmen. Zum Glück trösteten uns in Lüscherz Kaffee und Gipfeli, bis der steile Aufstieg auf den Grat der Hofmannsfluh begann. Der Grat mit seinen sich folgenden Gipfeln erinnert stark an die Burgdorfer Flüe. Der Wanderweg schlängelt sich in einer schönen Waldlandschaft auf und ab und gipfelt in einigen Aussichtspunkten, welche einen wundervollen Ausblick auf die Tallandschaft ermöglichen.  Vorerst mal auf den Bielersee mit der St. Peters Insel, wo J.J. Rousseau lebte und seine „Confessions“ schrieb, dann auf die Jurahänge mit La Neuveville und Ligerz mit dem „Chasseral“ im Hintergrund, welcher nach mehreren gescheiterten Versuchen nun am 14.Juni von Unentwegten endlich bezwungen werden soll. Bei solchen Anblicken werden bei vielen Erinnerungen an vergangene Wanderungen wach, die Geschichte mit dem versiegten Bierhahnen in einer Beiz machte schnell die Runde!

Die Hofmannsfluh ist 536 m hoch, ihr Name stammt von einem unglücklichen Liebhaber mit Namen Hofmann, welcher von seiner Angebeteten abgelehnt wurde und verzweifelt mit seinem Pferd in die Tiefe sprang. Die Gruppe entschied, nicht zu springen!

Inzwischen hatten sich auch die drohenden Wolkenbänke gelichtet und die Natur begann unter den wärmenden Sonnenstrahlen zu leuchten. Über Vinelz ging es nach dem schönen Städtchen Erlach, wo wir erhöht hinter dem Schloss einen geeigneten Rastplatz fanden, wiederum mit einem schön besonnten Blick auf die See- und Berglandschaft.

Anschliessend begann der Aufstieg zum Jolimont 547 m ü.M. Die Windjacken verschwanden, die Sonnenbrillen spiegelten in den verschwitzten Gesichtern und die Gespräche verebbten. Oben trafen wir dann ein grosses Plateau weiträumig mit Getreide angepflanzt. Der Jolimont ist ein langgezogener Hügel bis vor die Tore von Gampelen. In seinem Inneren liegt im Wald ein Naturschutzpark mit riesigen Findlingen, welche einmal vom Rhonegletscher hieher gebracht wurden. Das Gewicht des grössten schätzen wir auf mehr als 200 Tonnen. Daneben gibt es auch Fremdkörper in Form von Betonbunkern aus dem 2. Weltkrieg, vermutlich zum Verteidigungsring des Mont Vully gehörig.

Ohne zu Bier und Nussgipfeln gekommen zu sein, bestiegen wir in Gampelen den Zug in Richtung Bern. Inzwischen drohten die aufgekommenen Wolken neu wieder mit Regen, was uns nicht mehr berührte.  In Burgdorf holten wir den verpassten Schlusstrunk nach.

Leitung: Fritz Adolf

Fotos: Kurt Hartmann, Armin Schütz

Teilnehmende: Peter Sägesser, Armin Schütz, Doris Sägesser, Stephanie Baumgartner, Kurt Marti, Brigitte Aegerter, Hildi Frank, Kurt Liniger, Trudy Hess, Peter Frank, Ursula Rindlisbacher, Niklaus Süess, Marianne Süess, Hansjürg Walther, Kurt Hartmann, Heinz Kurth

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