00 

27 Wanderer und Wanderinnen machten sich bei schönstem und warmen Wetter auf den Weg.

Ab Ins führte die Reise mit Postauto über die eindrucksvolle Gemüseanbauebene bis Cudrefin - La Sauge am Broye-Kanal. Kaffee und Gipfel sorgten für gute Stimmung, es fehlte nur das schöne Dampfschiff auf seinem Weg von Neuenburg nach Murten. Auf saftigen Wiesen lagerte eine grosse Schar von weissen Schwänen und am Horizont grüsste der noch Schnee überzuckerte Chasseral.

Dann gings dem Kanal entlang der beginnenden Steigung entgegen. Eine Abfolge von Wäldern und Lichtungen machte die Landschaft kurzweilig. Ein Bananenhalt in der Nähe des Agassizsteins ermöglichte eine erste Erholung von den Schweissausbrüchen. Der Geologe Louis Agassiz (1807-73) war Professor für Naturgeschichte an der USA Harvard Universität und begründete die Lehre von Gletschern transportierten Findlingen. Der Stein am Mont Vully stammt aus dem Furkagebiet und ist mit seiner gewaltigen Grösse eindrucksvoll. Nichtsdestotrotz gings wieder aufwärts, die Landschaft erweiterte sich, in der Ferne erschienen die Alpen und zu Füssen der Murtensee. Vor dem Gipfelplateau tauchte ein rekonstruierter Festungswall (Oppidium) auf. Eigentlich erst im Nachgang wurde uns bewusst, dass wir an einem schönen Ort mit historischem Erbe landeten. Bis 58 v. Chr. herrschten hier die keltischen Helvetier und anschliessend die Römer, die allerdings dann später nach Avenches (Aventicum) wechselten. Im Ersten Weltkrieg entstanden als letzte Zeugen des lokalen Wehrwillens Festungseinrichtungen, genannt Fortifikation Murten.

Der Mont Vully (deutsch Wistenlacherberg) ist ein Plateau auf 653 m ü. M., geeignet für familiäre Aufenthalte. Entsprechend gestaltete sich unser Mittagshalt. Letztmals bekannt geworden ist er während der Expo 2002, anlässlich welcher Bernhard Luginbühl seine riesige Holzskulptur „Zorn“ hier verbrannte. Wir verbrachten unseren wohlverdienten Halt im individuellen Rahmen, der sehr grosse und noch leere Parkplatz verriet aber emsiges Treiben in den Sommermonaten!

Der Abstieg schuf keine besonderen Probleme, einzig dass es immer wärmer und die Köpfe immer röter wurden. Die Rundwanderung um das Ostende des Sees hatte ihre nicht endend wollende Länge, bis endlich die Promenaden bei Murten mit letzten Zeugen der Expo 02 erschienen. Der Aufstieg bis zur Altstadt war der letzte Test, bis wir uns in der Conditorei Züger erholen konnten.

Wir danken dem Wettergott für das wunderbare Frühlingswetter und Armin Schütz für seine vortreffliche Organisation und Führung

Leitung: Armin Schütz           Fotos: Kurt Hartmann, Urs Häberli

Melde dich mit deinem Benutzer an, um Kommentare zu erstellen.