Westlich des Gürbetals erstreckt sich der zirka 10 km lange und 5 km breite Längenberg. Im Norden erhebt sich als markanter Geländepunkt der Ulmizberg mit seiner Sendestation, im Süden wird er begrenzt durch die Dörfer Riggisberg - Rüeggisberg. Dazwischen liegen die Aussichtspunkte Lisiberg (972 m) und Bütschelegg (1055 m), unter welchen die Ortschaften Zimmerwald, Oberbütschel, Nieder- und Obermuhlern eingebettet sind.

 

 

Dieser Höhenzug, mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erschlossenes Wander- und Erholungsgebiet in allen Jahreszeiten, ist der letzten Eiszeit zu verdanken. Der Aaregletscher habt hier in einem Zeitraum von 100'000 Jahren einen Moränenzug hinterlassen, durch welchen sich die Aare und die Gürbe ihren Weg freigefressen haben. Zum dichten Wanderwegnetz zählen der Gürbetaler Höhenweg und der Landwirtschaftslehrpfad. Die Region bietet auch viele Einkehrmöglichkeiten in gemütliche Gasthöfe und Brätliplätze an wunderschönen Aussichtslagen. An einem dieser Aussichtspunkte, der Bütschelegg, erinnert ein Denkmal an den Mundartschriftsteller Rudolf von Tavel (1866 - 1934). Aber auch die Geschichte setzte hier oben einen Akzent: im letzten Jahrhundert bereitete hier der russische Revolutionär Lenin mit seinen Genossen den Umsturz in seiner Heimat vor.

 

Panorama von Martin Leuzinger

Hans Lauber führt uns also in eine Gegend, deren Besuch in jeder Hinsicht ein Erlebnis darstellt. Mit dem Postauto erreichen wir aus dem Nebel heraus das Pflegeheim Kühlewil (780 m), wo wir für den Startkaffee erwartet werden. Dann beginnt der gemächliche Aufstieg zum Weiler gleichen Namens und durch den tief verschneiten Chüliwilwald auf rund 900 m. An dessen Südende empfangen uns ein purer Ausblick auf die Alpen und die Stockhornkette, vom Pilatus bis zur Kaiseregg und ein Pick-Nickplatz für den Bananenverzehr. Die Februarsonne treibt das Thermometer hier auf die 10-Gradmarke, und diese Wärme tut uns nach dem frostigen Gang durch den Wald gut. Das Strässchen führt uns nun nach Obermuhlern hinunter, die Spikes können abgeschnallt werden. Gwunderig beobachten uns die schwarzen Rinder, mir gefällt besonders die Nummer 1843. Der Wegweiser zeigt nun schon zu unserem Mittagsziel, zum Sternen Gschneit, welchen wir nach zwei Kilometern durch das Rattenholz erreichen. Die Sonnenterrasse bietet kaum noch Platz, aber Hans hat für unsere Suppe in der Gaststube Platz reserviert. Schmunzelnd schauen wir in den Teller, in welchem sich ein kaum identifizierbares Gemüsebouquet spiegelt, aber mit einem Nidletupfer und einer Korsettschnur ähnlichen Sojasaucenlinie verziert ist. Kultur!  

 

Wir nehmen nun den letzten Drittel unserer Wanderung in Angriff, der uns durch den Tannwald über Hermiswil zum Weiler Hasli führt, wo wir noch einmal ausgiebig den Blick auf die Voralpen und Alpen geniessen können: Stahlblauer Himmel, tief verschneite Berge, dunkle Tannenwälder, dunstige Ebenen unter uns. Die letzten Meter unseres Abstiegs ins stattliche Dorf Riggisberg führt uns an besonnten apern Matten vorbei, wo bald die ersten Frühlingsblumen spriessen werden. Nach der Kirche tauchen wir hinunter in den Dorfkern. Uns bleibt noch ein Stündchen Zeit bis zur Abfahrt des reservierten Postkurses nach Thurnen, das wir bei einem Bier oder Most (die Rotweinfraktion ist heute kaum vertreten) in der heimeligen Gaststube des Adlers verbringen.

 

Alle fünfzehn Kameradinnen und Kameraden sind begeistert von diesem prächtigen Tag. Hans, wir danken dir für die gute Organisation und erlebnisreiche Durchführung dieser Schneewanderung herzlich.

 

 

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