Leitung Hans Lauber

 

Zwar fehlte den sieben Aufrechten das Fähnlein, als sie das Postauto in Grindel SO auf 580 m verliessen, nichts desto trotz nahmen sie die abwechslungsreiche, speziell ausgedachte Wanderung von Hans Lauber in Angriff. Das Wetter, angenehm zum Wandern, zeigte sich abwechslungsweise bewölkt mit sonnigen Abschnitten, ohne Regen.

Die aussergewöhnliche Reihenfolge der Etappen konnte nur aus Hansens Planung stammen. Nach einem kurzen steilen Aufstieg folgte der etwa eineinhalb stündige Abstieg durch die frischgrünen Wälder und Wiesen des Schwarzbubenlandes, vorbei am Stürmenchopf (römische Warte, Aussicht aber von Bäumen verdeckt) zum Bananenhalt im Löli. Hier genossen wir den prächtigen Blick auf Laufen und seine Umgebung. Entlang einem Planetenweg gelangten wir in dieses historische Städtchen (355 m), wo wir mangels Gasthäuser an der Strecke im Restaurant Salmen den verspäteten Kaffeehalt einschalteten. Eine Besichtigung des Städtchens hätte den Zeitplan gesprengt und so wanderten wir ostwärts weiter über den Pfaffenberg. Weit dehnten sich die saftigen Weiden, die grellen Raps- und die wallenden Getreidefelder aus. Im Norden sichteten wir den Blaueberg, im Süden zwischen den unzähligen Jurahöhen die Hohe Winde. Die Kirchenuhr schlug Mittag, als wir im schmucken Dorf Brislach die Lüssel (nicht zu verwechseln mit Lützel) überquerten. Ein steiles Strässchen führte uns nach einem halben Kilometer zur Mittagsrast. Auf zwei Bänklein verteilt genossen wir nicht nur die Eingeklemmten und einen Schluck Tee oder Brouilly (nur ein Mitglied der Rotweinfraktion war anwesend), sondern auch die Aussicht auf die grossartige Laufentaler-Landschaft, durch die wir hergewandert waren.

 

 

Der nach Programm vorgesehene Genuss der blühenden Obstbäume musste auf den nächsten April verschoben werden. So stiegen wir in einer grossen Schlaufe den Wald hinunter ins tief eingeschnittene Chaltbrunnental. Nichts desto weniger überraschte uns dort der Bärlauch in seiner vollen Blütenpracht und seinem Duft, der uns drei Kilometer auf dem Karstlehrpfad entlang bis zur Birs hinunter begleitete. Dieses wenig bekannte Höhlengebiet der Schweiz bietet Gelegenheit, sich auf Schautafeln und im Gelände über die verschiedensten Karstphänomene, wie die ungeheure Schaffenskraft des Wassers an einer Vielzahl von Felsformationen, Höhlen und Quellen zu informieren. In den Höhlen des Chaltbrunnentales gab es während der letzten Eiszeit wichtige Siedlungsstätten unserer Vorfahren, denn das Eis drang nicht bis in diese Gegend vor. Zahlreiche Funde zeugen davon.

Der Vogelgesang, das Rauschen des quellfrischen Wassers, die senkrechten Felswände, die Waldblumen, der lauschige Pfad: es war der Höhepunkt unserer Wanderung und hinterliess in uns allen einen bleibenden Eindruck und vielleicht auch den Wunsch, hier wieder einmal vorbei zu kommen.

Beim Wappenfels im Chessiloch lud uns der Picnicplatz zu einem letzten Halt ein. Die vorbeirauschenden Züge und Strassenfahrzeuge versetzten uns wieder in die Zivilisation. Nach den letzten zwei Kilometern der Birs entlang erreichten wir Grellingen, wo uns nach einem Besuch im Dorfbeizli der Zug nach Basel aufnahm.

Dieser Bericht würde zu umfangreich, zeigte er noch die geschichtlichen Seiten dieser von den Römern, Alemannen, Burgundern und vielen anderen Obrigkeiten beherrschten Landschaft auf. Nur das sei angemerkt: durch die Gründung des Kantons Jura im Jahr 1979 wurde das Laufental vom Kanton Bern abgeschnitten. Die Enklave erhielt deshalb die Möglichkeit - bisher einmalig in der Eidgenossenschaft - als Bezirk den Kanton zu wechseln. Nach einer mehrjährigen Abstimmungskaskade  entschieden sich 1989 die Bewohner bei einer Rekordstimmbeteiligung von über 93% knapp für den Übertritt in den Kanton Basel-Landschaft.

Auch wenn uns die Tücken der Zugverbindungen und Perronwechsel in Basel für die Heimreise ungewollt in zwei "Detachemente" spaltete, so schmälerte dies den guten und bleibenden Eindruck vom Laufental keineswegs. Hans, wir danken dir für diesen spannenden Ausflug in eine Region, die kaum einer von uns vorher gekannt hat.  

 

 

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