Emil Berger hat einen Tag seiner Skiwoche für uns reserviert, um uns zu einer Schneeschuhtour nach Grindelwald einzuladen. Bei strahlendem Wetter empfängt er zwölf Kameraden und eine Kameradin am Bahnhof und zeigt uns, wo der Ortsbus nach Bodmi abfährt. Ein ungeduldiger Chauffeur rauscht mit Walter Steiner und Kurt Marti verständnislos davon, ohne den Rest der Gruppe einsteigen zu lassen. Verwunderte Gesichter! Aber was soll's, wir anderen nehmen den nächsten Bus und hoffen, dass die "Entführten" das reservierte Café am Terrassenweg finden und wir dort wieder aufeinander treffen. Und es klappt: die Beiden haben sich im "Harmonie Holz Café 3692" von Bruno und Myriam Kaufmann bereits hinter einen Kaffee geklemmt.

Ein ungewöhnlicher Name und ein ungewöhnliches Café, welches hier unser ehemaliges Hüttenwartehepaar vom Gleckstein betreibt. Was soll die Zahl 3692? Bei längerem Suchen kommt man schliesslich darauf: es ist die Höhe des Wetterhorngipfels. Beim Eintreten staunen wir, welch gemütliche und aussergewöhnliche Einrichtung dieses Lokal prägt. Je mehr man hinsieht, je mehr kunstvolle und originelle Einrichtungsgegenstände entdeckt man: Alt mit Neu stilvoll kombiniert, die Bar, bestehend aus einer alten Hobelbank, der entrindete Apfelbaum, der Stollenwagen, umgebaut in einen fahrbaren Grill auf Schienen für drinnen und draussen. Sensationell! Wer Bruno nur als Hüttenwart gekannt hat, wird hier eines besseren belehrt. Er ist ein Holzkünstler und Innenarchitekt im wahrsten Sinne. Dieses Bijou hat er selbst geplant und mit seiner Frau Myriam liebevoll aufgebaut.

Emil ruft zum Aufbruch; wir hätten uns gerne noch länger hier verwöhnen lassen. Aber der Bus, der uns ins Weidli bringen soll, wartet. Hier auf 1240 m schnallen wir die Schneeschuhe an und wandern auf der Schlittelpiste etwa drei Kilometer und 350 Höhenmeter über Lochsteina und Rasthysi zur Holewang hinauf, wo wir Mittagsrast machen. Atemraubend ist die Panoramasicht vom Wetterhorn übers Schreckhorn, Finsteraarhorn, Eiger und Jungfrau bis hin zum Männlichen. Unten das Dorf mit den Bahnen und Liften in die beliebten Wintersportgebiete.

Wir folgen dem leicht ansteigenden Strässchen, das zum Berghaus Waldspitz führt, noch einen Kilometer und verlassen es rechterhand absteigend nach Nodhalten und Chrisegg auf dem gespurten Schneeschuhpfad. Links oben grüsst das Berghaus Bort, Mittelstation der Firstbahn. Für das letzte Stück unseres Abstieges nehmen wir die Direttissima durch den hohen Sulzschnee, der uns einiges an Gleichgewichtsübungen und Standfestigkeit abverlangt. Glücklich und durstig gelangen wir zu unserem Clubhaus am Milibach, wo uns Susanne und Lydia herzlich empfangen und behände den kühlen Gerstensaft aus dem Keller holen. Nach einem Plauderstündchen auf der Terrasse schnallen wir die Schneeschuhe und Wanderstöcke auf und lassen uns von einem Extrakurs an unseren Ausgangspunkt, den Bahnhof Grindelwald, bringen.

Emil, wir danken dir herzlich für diese sonnige und erinnerungswürdige Tour!

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