Es war anlässlich eines Maibummels 1963 über den Rachisberg nach Hasle-Rüegsau, als man beschloss, künftig jeden Dienstag eine Wanderung durchzuführen. Die damaligen Teilnehmer sind auch die Gründungsmitglieder der heutigen Vereinigung: Otto Greuter, Fritz Streib, Paul Gass, Werner Aeschlimann, Fritz Ryser, Ruedi Zahnd und der „Kaltacker-Pestalozzi“ Alfred Bärtschi (er wirkte dort als Lehrer, wohl deshalb dieser Übername).

Mit der Namensgebung der Vereinigung tat man sich vorerst schwer. Es fielen seriöse und wenigerseriöse Vorschläge. Schliesslich einigte man sich auf die „seriöse“ Bezeichnung „Dienstagwanderer“.

Bei ungünstiger Witterung wurde die Wanderung vorerst abgesagt oder man traf sich in einem Restaurant zu einem gemütlichen Jass. Dies ist jedoch heute anders. Wir sind bei jedem Wetter an 50 Dienstagen pro Jahrunterwegs, kreuz und quer durch die schönen Landschaften des Emmentals und des Oberaargaus mit Abstechern ins Solothurnische und ins Fraubrunnenamt.

Es wird jeweils eine längere und eine kürzere Wanderung angeboten. Im Anschluss trifft man sich gemeinsam in einem Gasthof. Dort wird von den meisten Teilnehmern zum durstlöschenden Getränk ein Nussgipfel verzehrt. Die unermüdlichen Jasser sind dabei, einen gemütlichen Jass zu klopfen, während die Nichtjasser Erinnerungen aufleben lassen, Erfahrenes diskutieren und weitergeben. Auch Ereignisse rund um Burgdorf werden ausgetauscht oder einem Kameraden wird still zugehört, wenn ihn etwas Schweres bedrückt.

Die Dienstagwanderungen sind nach wie vor eine reine „Männersache“ bis auf einen gemeinsamen Ausflug pro Jahr mit den Frauen. Die letzten Ausflüge, verbunden mit einer Wanderung, führten uns auf die Meielisalp, den Rigilehnenweg, auf den Eichberg, nach Willisau und nach Arosa.

Wer Mitglied bei den Dienstagwanderern werden will, verpflichtet sich gleichzeitig dem SAC Sektion Burgdorf beizutreten. Der Obmann vertritt seit 1973 die Senioren und Dienstagwanderer im Vorstand.

 

Wie erfolgt die Bekanntgabe der Dienstagwanderungen?

Die Gründer der Dienstagwanderungen erfanden eine Telefonliste nach dem Schneeball-Prinzip. Diese wurde noch von Hand geschrieben. Später bediente man sich der Schreibmaschine. In einem handgezeichneten Raster wurden die Namen mit Telefonnummern eingetragen. Mit Pfeilspitzen zwischen den Feldern zeigte man an, wem der Betreffende weiter berichten soll. Heute geht man mit der Zeit und profitiert vom Internet. Ca. 80% der Dienstagwanderer besitzen heute eine E-mail-Adresse und erhalten die Informationen elektronisch. Die Telefonliste ist auf einige Wenige zusammengeschrumpft.

Die Beliebtheit der Wanderungen zeigen die steigenden Mitglieder- und Teilnehmerzahlen. 1977 betrug die durchschnittliche Teilnehmerzahl 25. Die letzten drei Jahre jeweils knapp über 60 (im Minimum 50 und im Maximum 75). Die Mitgliederzahl stieg von 1981 von 43 bis 2013 mit einigen geringen Schwankungen auf 107.

Neumitglieder sind nach 1-2 Jahren überrascht über das vielseitige Angebot. Glaubten sie doch das Emmental und die Regionen zu kennen, müssen sieaber gestehen, dass diese Wanderungen oft durch Gegenden führen, die ihnen bis heute unbekannt gewesen sind.

Die Wandertage sind auch bei den Partnerinnen beliebt, öffnet sich ihnen doch mit der Abwesenheit der Partner Freiraum zum Besuch von Freundinnen, Bekannten oder zum Schoppen.

Ganz von selbst finden die Wanderungen nicht statt: Es braucht eine Organisation bzw. eine Leitung. Wöchentlich müssen die Wanderungen dem Wetter entsprechend ausgesucht, bekannt gegeben und die Bahn, der Bus und das Zielrestaurant bestellt bzw. reserviert werden. Zur Erhaltung der Attraktivität werden neue Wanderrouten und Ziele ausgesucht und rekognosziert. Es sind Mitglieder- und Telefonlisten zu erstellen und es wird eine Statistik geführt usw.

Deshalb gilt an dieser Stelle allen bisherigen Tourenleitern ein herzliches Dankeschön für ihren unermüdlichen Einsatz: Otto Greuter 1963 – 1974; Fritz Streib 1975 – 1980; Adolf Widmer 1981 – 1989; Toni Zehnder 1990 – 1998; Walter Steiner 1999 – 2008 und Fritz Adolf seit 2009. Dank ihrem Engagement trugen und tragensie sehr viel zum Erfolg der Dienstagwanderungen bei.

 

 

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