Er wollte an der Ehrung der Jubilare unbedingt teilnehmen. Mit bald 104 Jahren hat es geschafft; sein Sohn hat ihn nach Burgdorf ins Stadthaus gebracht, wo am 21. Januar 19 Kameraden des SAC für ihre treue Mitgliedschaft vom Präsidenten Ueli Brawand geehrt wurden. Hans Mosimann erinnert sich, dass er 1936, also vor 80 Jahren, dank zwei Götti in den damals noch als "Herrenclub" geltenden SAC aufgenommen worden war.

 

 

Wer sich vorgestellt hatte, einen seinem Alter entsprechend gezeichneten Mann zu treffen, irrte sich. Mit lebendigen Äugelein schaute er in die Runde, grüsste die alten Bekannten beim Vornamen und nahm an dem Anlass teil, als zählte er noch zu den Siebzigjährigen. Nur seine Beine wollen ihn nicht mehr überall dorthin tragen, wohin er gerne möchte. Letztes Jahr erlitt er bei einem brüsken Bus-Stopp eine Knieverletzung, die er während sechs Wochen in einem Erholungsheim auskurieren musste. Seit Januar lebt er wieder bei sich zuhause am Jägerweg in Thun. Seit vielen Jahren lebt er alleine hier. Er hat zwar Hilfen, die seine Wohnung und Wäsche in Schuss halten. Einer seiner Söhne wohnt in der Nähe.

 

Wer Hans Mosimann besucht, staunt nicht wenig: alles ist ordentlich aufgeräumt, sauber, wohnlich. Bei seinen Erzählungen von früher wird man sich bewusst, wie eng er mit seiner Heimat verbunden ist. Kaum eine Gegend in der Schweiz, die er nicht bewandert und erforscht hat. "Die älteren Kameraden nahmen sich damals den Jungen noch viel mehr an, motivierten sie zu Touren, lernten sie klettern und skifahren, waren einfach für sie da" erinnert er sich. Mit Nagelschuhen erklomm Hans Mosimann seinen höchsten Berg, das Weissmies mit 4017 müM. Das Wetterhorn, das Lauterbrunner Breithorn, der Mettenberg und viele andere gehören ebenso zu seinen Gipfelerlebnissen. Auch erzählt er gerne von seinen langen Wanderungen kreuz und quer durchs Schweizerland. So erinnert er sich an seine Ausflüge von zuhause aus in den Tessin und aufs Rütli. Von Goppenstein stieg er über die Lötschenlücke hinauf aufs Jungfraujoch und dann via Eggishorn hinunter nach Brig. Später leitete er während zehn Jahren Wander- und Skiwochen. Durch seinen Beruf kam er nach Thun, er arbeitete hier in der Waffenfabrik. Dem SAC Burgdorf ist er immer treu geblieben. So nahm er bis vor kurzem an den Dienstagtreffen der Seniorenwanderer teil. Bewegung ist für ihn der Schlüssel zur Gesundheit und zu  einem langen Leben. Und er meint verschmitzt: "Dabei sein soll man, wenn's lustig zu und her geht!" Dies widerspielgelt seine ungebrochene positive und optimistische Lebenshaltung.

 

         
 

 

Hans Mosimann befasst sich auch mit der Gegenwart. Er stellt sich kritische Fragen, z.B. ob das Clubhaus in Grindelwald, bei dessen Bau 1954 er dabei war, noch weiter im Eigentum behalten werden soll, nachdem bekannt ist, dass die Gemeinde Grindelwald als Rutschgebiet gilt und das Haus in eine schiefe Lage geraten ist. Wer Hans Mosimann besucht, macht ihm eine grosse Freude und sich selbst ein eindrückliches, erinnerungswürdiges Erlebnis mit einem jung gebliebenen Alpenclubkameraden.

 

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