Tourenleiter Jakob Schibli
Teilnehmer Brigitte Keller, Gaby Rutschmann, Christoph Hess, Beni Herde, Peter Grogg

 

Freitag, 24. Juli 2020

Bei bewölktem Wetter und zwischenzeitlichem Regen machten sich die 6 TeilnehmerInnen ins Saas Tal auf. Hauptziel des Tages war, die 350 Höhenmeter von der Hohsaas Mittelstation bis zur Weissmieshütte trockenen Fusses zu schaffen. Das Wetter zeigte sich vor Ort besser als erwartet, so dass dieses Ziel einfach zu schaffen war. Angekommen in der Weissmieshütte gönnten wir uns Kuchen und Kaffee ("Ein Leben ohne Kuchen ist möglich aber sinnlos").

Anschliessend machten wir uns auf, um die ersten paar hundert Höhenmeter für die morgige Tour zu rekognoszieren. Wie sich herausstelle, war das eine sehr gute Idee - landeten wir doch irrtümlicherweise auf der falschen Moräne...

Innert wenigen Minuten zogen plötzlich dunkle Wolken auf. Obwohl wir sofort umkehrten, erwischte uns der Platzregen heftig und wir erreichten die Weissmieshütte triefend nass - soviel zum Tagesziel :-(

Samstag, 25. Juli 2020

Nach dem Morgenessen um 3:30 Uhr marschierten wir kurz nach 4 Uhr los. Der Himmel war um diese Zeit schon recht klar, aber die umliegenden Gipfel lagen noch in den Wolken. Die Kaltfront und der Regen des Vortages hatten ihre Spuren hinterlassen: ab 3300 müM lagen 5 - 10 Zentimeter Schnee und darunter an vielen Stellen auch Blankeis. Damit war klar, dass wir nach dem Verlassen des Lagginhorngletschers direkt auf die Steigeisen umsatteln mussten. Die hässlich quitschenden Töne der Steigeisen begleiteten uns anschliessend bis auf den Gipfel und wieder zurück.

Die tiefen Temperaturen, der beissende Wind und die schneebedeckte Umgebung liessen Gefühle einer Winter-Skitour aufkommen - eine traumhafte Stimmung - oder: Hochwinter Ende Juli!

Den Gipfel des Lagginhorns auf 4010 müM erreichten wir um 9 Uhr. Mittlerweile hatten sich sämtliche Wolken verzogen - ein perfektes Timing! Auch dem Gipfelkreuz sah man den Schneesturm des vergangenen Tages an. Nach den obligaten Glückwünschen und Gipfelfotos machten wir uns rasch wieder auf den Abstieg. Wegen der vielen vereisten Stellen war auch hier wieder die volle Konzentration gefordert. Die wohlverdiente Sandwich-Pause gönnten wir uns erst deutlich unterhalb des Gipfels.

Um halb Zwei Uhr erreichten wir die Station Hohsaas, wo wir ein kühles Getränk und Kuchen genossen. In Visp durften wir es uns in einem deklassierten 1. Klasse Wagen der SBB gemütlich machen und reisten nach einer tollen Tour zurück nach Burgdorf. Es zeigte sich einmal mehr, dass auch eine vermeintlich einfache Bergtour bei weniger günstigen Bedingungen plötzlich einen deutlich herausfordernden Charakter erhält.

 

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