2020 02 28 10h52m58

Leitung:

Peter Gfeller
Bergführer: Fritz Zumbach
Bericht und Fotos:  Teilnehmende
Teilnehmende: Verena, Luzia, Anni, Fritz, Brigitte, Ruedi, Bruno, Jürg, Christoph, Urs Gr., Urs Br., Peter W.

Sonntag, 23. Februar 2020, Fuorcla da Valetta

Um 7.00 Uhr treffen wir uns, 13 vollmotivierte, zufriedene Tourenfahrerinnen und -fahrer am Bahnhof Burgdorf. Einige vollgepackt mit Rucksack, Rollkoffer und Ski, andere ganz leger mit leichtem Rucksack. Sie haben Gebrauch gemacht von der Aktion der SBB, das Gepäck gratis nach Bivio zu schicken. Ausser ein paar eiligen Schritten beim Umsteigen verlief die Bahn- und Postautoreise Bivio ruhig und problemlos. 
In Bivio treffen wir um 11.50 Uhr ein. Im Hotel Post werden wir von Frau Lanz freundlich empfangen und konnten sogar schon unsere Zimmer beziehen.
Um 13.30 Uhr treffen wir uns zu einer Nachmittagstour, das schöne Wetter wollen wir nutzen.  Mit dem Skilift fahren wir hinauf bis Scalota 2’560 m. Es folgt eine kurze Abfahrt bis zum Ley Culumban 2’431 m. Hier werden die Felle angeschnallt und wir steigen gemütlich zur Fuorcla da Valetta 2’585 m auf. Von da aus blicken wir ins Averstal. Erinnerungen an die Tourenwoche 2015 werden wach. Bei der langen Abfahrt durch das eindrückliche Tal bis nach Bivio werden unsere Beinmuskeln ein erstes Mal recht heftig strapaziert.

Montag, 24.Februar 2020, Piz Surgonda

Nach einem ausgiebigen Morgenessen holt uns der Rufbus vor dem Hotel Post in Bivio ab und führt uns auf den Julierpass. Nach montieren der Felle und der LVS-Kontrolle geht es im Nebel unter Führung von Fritz Zumbach in gemächlichem Tempo Richtung Norden. Schon bald löst sich der Nebel auf und wir geniessen blauen Himmel und Sonnenschein.
Wir treffen auch verschiedene andere Tourengänger in diesem weiträumigen schönen Berggebiet nördlich des Julierpasses. Zum Beispiel war ein Hund mit Sonnenbrille auf unserer Route unterwegs.
Das letzte Teilstück auf ca. 3’000 m.ü.m, einem längeren Steilhang entlang, forderte uns zusätzlich. Das letzte Stück vom Sattel auf den Piz Surgonda meisterten wir zu Fuss. Die Rundumsicht von diesem Gipfel war überwältigend.
Nach ausgiebigem Genuss der Aussicht folgte eine erste Abfahrt einen etwa 300 m hohen Steilhang hinab, welcher aber nach einigen ruppigen Kehren erstaunlich gut zu fahren war. Zur Belohnung gab es unten angekommen die Mittagsverpflegung aus dem Rucksack.
Gut genährt konnten wir die weiteren Abfahrten bis auf den Julierpass bei recht guten Schneeverhältnissen und strahlendem Sonnenschein geniessen.

Dienstag, 25.Februar 2020, Piz Turba

Die ersten 800 Meter überwinden wir locker mit dem Skilift, der extra früh für uns Tourenfahrer in Betrieb genommen wird. Unser Ziel ist der Piz Turba. Mal rauf mal runter wandern wir Richtung Forcellina. Bald einmal haben wir die Distanz hinter uns und steigen zum Pass hinauf und weiter in den Kessel unter dem Piz Turba. Fritz präpariert uns mit dem Pickel eine altersgerechte Spur in den steilen Schlusshang, so dass wir alle heil beim Skidepot ankommen.
Auf dem Gipfel geniessen wir eine wunderbare Rundsicht. Zwischen dem Nebelmeer im Bedrettotal und einer kompakten Wolkenschicht darüber leuchten die Gipfel im fast türkisblauen Himmel.
Auf der Abfahrt zum Septimerpass und weiter nach Bivio fahren die meisten in Fritzes Spur: Der Schnee und die Sicht sind mässig bis …
Höhenmässig ist die Bilanz super: Die Abfahrt war doppelt so lang wie der Aufstieg.

Mittwoch, 26.Februar 2020, Punkt 2586

Wir informieren uns bereits am Vortag übers Wetter von heute: Nach App Meteo Schweiz wird es ab Mittag tüchtig schneien.
"Können wir vielleicht heute auf das Mittags-Sandwich machen verzichten", fragen sich einige von uns beim Frühstück, da bereits Schneeböen um sieben Uhr morgens die Sicht trüben.
Um 8.00 Uhr geht’s los, erste blaue Flecken zeigen sich am Himmel.
Beim Aufstieg nördlich von Bivio zwischen Erlenbüschen zeigt sich immer mehr der blaue Himmel und es wird strahlend schön. Nach dem Montieren der Harscheisen peilen wir den Punkt 2586 an. (die Anhöhe besitzt keinen Namen). Auch die jungen Hirsche oder Rehe geniessen die wärmende Sonne an den Südhängen.
Wie Meteo Schweiz voraussagt hat, verdunkelt sich der Himmel am Mittag und die ersten Schneeflocken fallen beim Abmontieren der Felle.  Bei Nebel und Schneetreiben kurven wir in einer langen Schlangenlinie direkt hinter unserem sicheren Führer Fritz.
Und wie ist das Wetter um 13 Uhr beim Ankommen in Bivio?

Wunderschön sonnig, und das noch den ganzen Nachmittag!

Donnerstag, 27. Februar 2020, Roccabella (Ziel nicht ganz erreicht)

Start um 08.00 Uhr: Direkt vom Hotel aus geht’s auf dem altehrwürdigen Saumpfad Richtung Septimerpass. Schon die Römer haben den Weg benutzt. Lange geht’s nur zaghaft bergwärts. Zuerst einige Zeit im kühlen Schatten. Bloss hoch über den Köpfen prangt der stahlblaue Himmel. Über der Landschaft liegt eine feine Neuschneedecke. Das gibt dem Gehen etwas wohltuend Weiches. Wir steigen im warmen Sonnenlicht Richtung Südosten höher und höher. Doch unversehens bekommt die heitere Stimmung einen Dämpfer, Nebel zieht auf. Auf ca. 2'460 m.ü.M. entscheidet Fritz Zumbach umzukehren. Und bereits um 11:55 Uhr starten wir zur Abfahrt. Knapp 10 cm pulvriger Neuschnee macht leichtes Schwingen zur Freude. Gelegentlich bekommt man allerdings auch die harte Unterlage zu spüren, weil der Wind den Neuschnee bereits wieder weggeblasen hat. Alles in allem aber eine schöne Abfahrt. Bereits um 12:45 Uhr sind wir in Bivio angelangt und haben Zeit im Café Roccabella ein Hauskaffee zu konsumieren. Einige verbringen den Nachmittag in der hotelinternen Sauna.

Freitag, 28. Februar 2020, Fuorcla d‘Agnel

Für heute haben wir geplant, vom Julierpass aus den Piz Campagnung  (2'825 m) zu erklimmen und dann durchs Val da Natons direkt nach Bivio hinunter zu fahren. Die Wetterprognosen waren gut. In der Nacht hat es gestürmt und kräftig geschneit.
Kurz nach 8 Uhr holt uns das „Jäger-Taxi“ vor dem Hotel ab und transportiert uns auf schneebedeckter Strasse auf den Julier. Auf dem Parkplatz unterhalb der Passhöhe montieren wir, bei frostigen Temperaturen, die Felle und los geht es Richtung Val d’Agnel. Die Sonne erwärmt uns schon bald und wir geniessen den Aufstieg im 30-40 cm tiefen aber leichten Neuschnee. Durch die herrliche Winterlandschaft entlang des Bachs stapften wir das Tal hinauf. Mit zunehmender Höhe wird der Wind stärker und stärker bis er sich zu einem kalten, bissigen Störenfried entwickelt. Beim Rast an einer windgeschützten Stelle entscheiden wir uns auf Vorschlag von Fritz Zumbach den Fuorcla d‘ Agnel (2'982 m) anzuvisieren.
Der Aufstieg Richtung Fuorcla ist abwechselnd mal windig und kalt, mal mild und warm. 30 Höhenmeter unter dem Pass füllen wir noch einmal unsere Kohlehydratspeicher. Gestärkt überwinden wir den letzten Steilhang und kraxeln dann noch ohne Skis auf den Pass. Die Abfahrt wurde zum Highlight der Woche, bei wunderbaren Pulver-Verhältnissen ziehen wir unsere Spuren in den unberührten, glitzernden Neuschnee. Das Timing stimmt perfekt, wir erreichen den Parkplatz gleichzeitig mit dem Taxi, das uns wieder nach Bivio zurückbringt. Den prächtigen Tag lassen wir dann in der sonnigen Gartenwirtschaft des „Roccabella“ ausklingen.

Samstag, 29. Februar 2020, Heimreise

Eine erlebnisreiche Tourenwoche geht zu Ende. Trotz zwei drei garstigen Abfahrten wird uns die Woche in bester Erinnerung bleiben. Fritz Zumbach hat mit seiner ruhigen und gemächlichen Art hat viel zu unserer Begeisterung am Tourenfahren beigetragen.
Alle Teilnehmende freuen sich bereits auf die nächste Tourenwoche in Splügen, selbstverständlich wieder mit Fritz Zumbach. Merci Fritz, dass du wieder mit uns kommst.
Frau Lanz vom Hotel Post danken wir für die tolle Gastfreundschaft und die gute Bewirtung.
Wir fühlten uns sehr wohl.

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