Leiter: Peter Stähli
Co-Leiterin: Andrea Blaser


Teilnehmer: Adrian Mischler, David Flatscher, Paul Schmutz, Ueli Ramseyer, Lisbeth Fahrni, Gervaise Voisard, Martin Mischler, Kurt Neuhaus, Nadja Haldimann, Barbara Bay

 

Kurz nach 0800 Uhr trifft sich die ganze Gruppe auf dem PP Senggiweid, Grimmialp. Dieser ist für einen Februarsonntag um diese Zeit erstaunlich leer. Die Ursache sind die umliegenden Hänge, die sich in frühlingshaftem Grün zeigen.

Wir lassen uns nicht beirren, schultern kurz nach 0815 Uhr die Skis und starten über die Fahrstrasse in Richtung Rauflihorn. Die Portage, die ich in Aussicht gestellt habe, beschränkt sich auf ca. 500 m und einige zusätzliche kurze Stellen. Der anfänglich eisige Weg wird schnell besser, auf dem komprimierten Nassschnee greifen die Steigfelle sehr gut. Auch der Waldweg ist in erstaunlich gutem Zustand. Nach rund 1 h 45‘ machen wir auf der Alp Grimmi bei Pt. 1844 eine erste Pause.

Der angekündigte Wind macht sich bemerkbar. Zwar ist der Himmel wolkenbedeckt, doch die Sicht bleibt gut und ab und zu sehen wir sogar blauen Himmel. Oberhalb der Grimmifurggi queren wir in den Gipfelhang. Der lockere Nassschnee macht nun einer etwas festeren, aber ebenso nassen Unterlage Platz. Diese hält ausgezeichnet, so dass auch bei gemässigtem Tempo eine sehr effiziente Spuranlage möglich ist. Nach 3 h sind wir ein erstes Mal auf dem Gipfel.

Angesichts des starken Windes wollen wir hier nicht alt werden. Nach eingehender Beratung unter den Tourenleitern beschliessen wir, in den Osthang einzufahren. Mit Nassschnee haben wir gerechnet, doch was wir antreffen, ist nun wirklich Bremsschnee vom Allerfeinsten. Man kann praktisch gerade in die Falllinie stehen und nimmt immer noch kaum Fahrt auf. Skiwachsen ist nutzlos. Nach knapp 10‘ ist der Kraftakt aber vorbei; die Oberschenkel und deren Besitzer rufen nach einer ausgiebigen Pause. Diese gönnen wir uns knapp 500 Höhenmeter unter dem Gipfel auf der Alp Raufli. Hier ist es windstill und angenehm warm. Die Steinplatten, die den Dachfirst der Hütte verstärken, bilden die perfekte Sitzbank. Bouillon, Kaffee, Güezi und Kirsch machen die Runde und geben Kraft für den Wiederaufstieg.

Dieser dauert gut 1 h 30‘, dann können wir uns zum zweiten Mal heute zur Besteigung des Rauflihorns gratulieren. Der Wind hat nicht nachgelassen, so dass wir uns rasch für die Abfahrt vorbereiten. Auch spüre ich einen Drang zum Weizenbiere, das sich unten im Restaurant Spillgerte in Sehnsucht darauf verzehrt, von mir getrunken zu werden … Da in den Nordhängen wiederum Bremsschnee, aber kein „canadian powder“ mehr zu erwarten ist, begnügen wir uns mit der Abfahrt über die Normalroute und bleiben möglichst lange im Gipfelhang, der weniger bremst als der Schnee bis zum Waldrand.

Der Waldweg erlaubt wieder eine etwas zügigere Fahrt, wobei wir Acht geben müssen, dass wir vor den Kiesstellen bremsen, um nicht von diesen gebremst zu werden. Die kurzen Tragstrecken trüben den Fahrspass aber nicht. Und überhaupt nimmt die ganze Gruppe die Schneeverhältnisse mit Humor in allen Farben, von hell bis rabenschwarz. Rechtzeitig bevor die Strasse uns bremst bremsen wir und tragen die Skis zurück zum Parkplatz, umgeben von den frühlingshaften Fluren der Grimmialp. Nach gut 35‘ Abfahrt halte ich die Stoppuhr an.

Es ist nach 1500 Uhr und wir sind planmässig wieder zurück. Wer nachgerechnet hat erkennt die Länge der Pausen, die wir eingeschaltet haben. Gemütlichkeit kam nicht zu kurz. Und doch haben alle gut 1550 Höhenmeter Aufstieg und Abfahrt bei durchaus sportlichen Schneeverhältnissen gemeistert. Einmal mehr lässt sich sagen: Lange Tour, gute Tour. Im Restaurant Spillgerte stärken wir uns mit XXL-Nussgipfeln und anderen Energiespendern ausgiebig für die Heimreise. Und endlich zischt das ersehnte Weizenbier im Glase und erquicket den müden Tourengänger, auf dass er noch lange plagieren möge und sich rasch erhole für die nächste längliche Skitour…

Allen meinen herzlichen Dank für das Mitmachen und die Beiträge zum Gelingen der Tour. Trotz speziellen Wetter- und Schneeverhältnisse hatten wir grossen Spass mit dem Rauflihorn!

 

 

 

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