Das Beste bei diesem Wetter erreicht...

 

Leiter: Peter Stähli

Co-Leiter: Peter Lanz (Samstag), Peter Lanz und Rolf Stettler (Sonntag)

Teilnehmer: Monika Schmid, David Schmid, Adrian Mischler, Giorgio Tedde, Barbara Bay, David Flatscher, Gabi Rutschmann, Werner Bichsel, Lisbeth Fahrni, Markus Breitenstein, Jürg Mischler, Christoph Hess, Barbara Ringgenberg, Ueli Ramseyer.

 

Samstag, 1. Februar:

Die an verschiedenen Orten gestarteten Fahrgemeinschaften treffen sich kurz nach 0830 Uhr auf der Schwarzwaldalp beim Kaffee. Beide Gruppen haben heute das gleich Ziel: Den Wildgärstgipfel erreichen. Viele Varianten lassen die Verhältnisse nicht zu. Der Schneemangel ist offensichtlich, zudem ist gegen Abend Regen gemeldet und das Lawinenbulletin mahnt ebenfalls zur Vorsicht. Die Sportlergruppe behält sich vor, etwas schneller aufzusteigen und dann noch einen zweiten Aufstieg anzuhängen.

 

Sportlergruppe (Peter Stähli):

Wir starten sehr zügig, um den ersten Hang ob dem Hotel schnell hinter uns zu bringen und etwas Abstand zwischen den beiden Gruppen zu gewinnen. Der Regen, der diese Woche schon in den spärlichen Neuschnee gefallen ist, hat gewirkt: Bruchharsch vom Feinsten. Heute geht es wohl mehr um den Gipfel als um Genussskifahren. Doch das Wetter ist freundlich, wir kommen bei blauem Himmel und Sonnenschein rasch voran.

Auf der Alp Breitenboden, die wir nach rund einer Stunde erreichen, gönnen wir uns eine erste Pause. Dann geht es weiter in den ersten Hang, der laut Bulletin kritisch sein könnte. Vor Ort erkennen wir, dass kein Grund zur Sorge besteht. Das im Bulletin prognostizierte „erheblich“ können wir herabstufen. Aber auch hier (wir sind jetzt über 2000 m.ü.M.) hat der Regen noch gewirkt. Der Harschdeckel wird uns noch bis auf das Blau Gletscherli begleiten. Dort machen wir nach rund 2h30‘ wieder eine kurze Pause.

Die Verhältnisse erlauben den weiteren Aufstieg. Kurz nach der Wart machen wir Ski- und Rucksackdepot. Der Gipfelhang ist derart abgeblasen, dass wir fast ohne Schneeberührung über den freiliegenden Wanderweg zum Gipfel gelangen. Nach 3h25‘ können wir uns gratulieren. Die angekündigte Schlechtwetterfront hat erst Vorboten in Form von hoch liegender Bewölkung gesandt, so dass wir genügend Zeit für einige Gipfelbilder haben. Eindrucksvoll immer wieder die Rundsicht auf die Grossen, den Brienzergrat, die Seen der Innerschweiz und Brienzer- und Thunersee! Nach dem kurzen Fussabstieg zu den Skis erreichen können wir Pause machen, gemeinsam mit Peters Gruppe, die soeben auf der Wart eingetroffen ist. Das ist präzise Tourenplanung…

Kaffee, Kirsch und Haslikuchen geben Kraft für die Abfahrt, die bei diffusen Sichtverhältnissen und wechselnden Schneearten spannend zu werden verspricht. Es wird dann besser als gedacht: Das Blau Gletscherli verwöhnt uns mit gut erhaltenem, kaum gedeckelten Pulverschnee und man sieht auch genug. Der Abschnitt bis zum letzten Hang vor Breitenboden ist dann allerdings gedeckelt. Meistens trägt es, aber eben nicht immer, wenn man sehr vorsichtig fährt. Und wenn es nicht tragen will fährt man die Bögen halt mit roher Kraft. Eleganz hat heute keine Priorität. Der letzte und steile Hang vor Breitenboden macht dann wieder richtig Freude. Er ist frühlingshaft weich, aber nicht bodenlos, und lässt sich richtig schön und mit Schwung durchpflügen. Auch die Abfahrt ab Breitenboden bis zum Hotel ist besser als erwartet. Dank der Wärme ist der Harschdeckel, den wir am Morgen festgestellt haben, aufgeweicht und lässt sich sehr gut fahren. Erst kurz vor dem Hotel wird der Schnee so schwer und nass, dass er zu bremsen beginnt.

Nach gut 4 Stunden sind wir zurück im Hotel und widmen uns einem ausgiebigen gemütlichen Teil. Da das Wetter zugezogen hat, haben wir gerne auf eine zweite Runde am Bandspitz verzichtet.

 

Gruppe für SAC-Tempo (Bericht und Leitung Peter Lanz):

In gutem SAC-Tempo stiegen wir in Richtung  Pfanni wo wir an die Sonne kamen. In regelmässigem Trott erreichten wir die Alp Breitenboden wo wir uns eine kurze Pause gönnten. Der Aufstieg ging weiter in der von Peter Stähli mit der Sportlergruppe gelegte Spur via Hagelseewli zur Hangquerung Richtung Blaugletscherli.

Leider haben in der Zwischenzeit Wolken die Sonne verdeckt. Nach 3,5h erreichten wir die Wart wo wir auf die Sportlergruppe trafen. Peter Stähli verwöhne uns mit einem Haslikuchen und feinem Kaffee.

Erfreulicherweise waren alle in der Gruppe noch motiviert den Gipfel zu Fuss zu erklimmen. Diesen erreichten wir noch früh genug bevor die Wolken die Sicht verdeckte. Zurück beim Skidepot war die Front schon sehr nahe. Deshalb beeilten wir uns die Skis anzuschnallen und loszufahren. Die Lichtverhältnisse waren äusserst diffuse und die Geländestrukturen nur schwierig zu erkennen. Deshalb mussten wir das Tempo etwas drosseln. Auch die Schneeverhältnisse waren sehr wechselhaft. Von hart und tragend bis zu Einsinken in brüchigem Schnee fanden wir alles vor. Erst die letzten 400 Höhenmeter konnten wir bei guten Sichtbedingungen absolvieren. Glücklich und zufrieden erreichten alle die Schwarzwaldalp wo wir uns mit der Sportlergruppe zusammen setzten um den Durst zu löschen.

 

Abendprogramm:

Nach einem ausgiebigen Apéro verwöhnt uns das Hotel Schwarzwaldalp mit einem kleinen, feinen Dreigänger – Höhepunkt ein ausgezeichneter „Suure Mocke“, den wir mit drei Magnumflaschen eines ebenso ausgezeichneten Pinot Noir aus dem Bündner Rheintal begleiten. Skitouren bei Frühlingstemperaturen geben nicht nur Hunger, sondern auch Durst. Einmal mehr sind wir im Hotel Schwarzwaldalp bestens aufgehoben.

 

Sonntag 2. Februar

Wie erwartet regnet es. Halb bewundernd, halb kopfschüttelnd beobachten wir eine Skitourengruppe, die um 0800 Uhr in Richtung Grosse Scheidegg aufbricht. Wir lassen uns Zeit bis gegen 0900 Uhr, um zu einem Entschluss zu kommen. Das reichhaltige Frühstücksbuffet hilft dabei. Wir entschliessen uns dazu, die geplante Lawinenübung durchzuführen, da es noch nicht allzu stark regnet. In drei Gruppen üben wir verschiedene Verschüttungssituationen, die Suche mit LVS-Gerät, den Umgang mit der Sonde und das effiziente Schaufeln. Ich lasse mich selbst „testen“ und bin beruhigt, dass ich „mein“ LVS auch noch innert nützlicher Frist freischaufle …

Kurz vor Mittag brechen wir dann die Übung ab und treffen uns nochmals im Hotel. Während wir den Kaffee geniessen und die beiden gemeinsamen Tage Revue passieren lassen, versinkt das Rosenlaui im Regen ….

Alle sind sich einig, dass wir aus den an diesem Wochenende sehr beschränkten Möglichkeiten das Beste herausgeholt haben. Beide Gruppen haben den wichtigsten Skigipfel der Region erreicht, die Abfahrt war besser als gedacht, wir konnten ausgiebig die Kameradschaft pflegen und von der Lawinenübung haben alle viel profitiert.

Danke allen für das motivierte Mitmachen, Peter und Rolf zudem für die Leitung ihrer Gruppen!

 

 

 

Melde dich mit deinem Benutzer an, um Kommentare zu erstellen.