Bei L’Etivaz und näheren Umgebung gibt es ja eine Riesenauswahl an lohnenswerten Tourenzielen, deren Auswahl dieses Jahr wieder von den Bedingungen abhing.

 LEtivaz041d

 

Leitung:  Samstag: Tony Glaus, Sonntag: Peter Stähli
TeilnehmerInnen: Gertrud Stäuber und Markus, Ueli Von Känel, Trö Herren, Andrea Blaser, Barbara Ringgenberg, Lisbeth Fahrni, Peter Lanz, Markus Breitenstein, Andy Lorenzi, Adrian Mischler, Peter Stähli, Rafe Garvin (London), Anne-Dominique Glaus, Peter Grogg, Simon Kaufmann

Die Wahl der konkret gewählten Ziele basierte auf der Schneemenge (d.h. konkret Schneemangel in tiefen Lagen), des erwarteten Wetters (d.h. Hochnebel angesagt, Samstags oberhalb 1400-1700, Sonntags oberhalb ca. 2000) und der relativ grossen und leicht heterogenen Gruppe mit unterschiedlichem Fitnessstand.

Samstag, 24. Feb. 2018: Pic Chaussy (2351 m.ü.M.) und Pointe de la Chenau (2308 m.ü.M.)

Samstags wurde schlussendlich der Col des Mosses als Ausgangspunkt gewählt, weil der Ausgangspunkt bereits auf 1400 m.ü.M. liegt und weil je nach Fitness nicht das ganze Programm abgelaufen werden muss, nicht zuletzt auch deswegen, weil der offizielle Tourenleiter nicht ganz gesund war.

Es ging also von Les Mosses über Lioson d’en Haut, wo wieder einmal Eistaucher am Werk waren, Richtung Pic Chaussy. Beim Übergang auf ca. 2100 m.ü.M. musste der Tourenleiter abrechen und die Führung abtreten. Unter der Leitung von Peter Lanz wurde dann der Pic Chaussy bestiegen. Das Wetter war perfekt, der Schnee grundsätzlich auch, aber nicht ganz unerwartet waren die Hänge massiv verfahren.

Nach Abfahrt bis Lioson d’en Haut wurde von hier nach einer kurzen Pause von 14 Teilnehmern noch die Pointe de Chennau bestiegen. Dieser wunderschöne Nordhang war dann deutlich weniger zerfahren.

Der Empfang im Hotel du Chamois durch Touria und Ehemann war wie immer äusserst herzlich und das Nachtessen wie gewohnt wunderbar. Der Schreibende war einmal mehr sprachlos, welche Käse- oder Fleisch-Mengen ein Burgdorfer SACler vernichten kann! Und die meisten fanden noch Platz für double crème et al.…
Für den zweiten Tag wurde dann als Ziel La Para gewählt, über Paquier Mottier, unter der Leitung von Peter Stähli. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen dabei gewesenen Tourenleitern für das Übernehmen der Leitung.

Tony Glaus

 

Sonntag 25. Februar 2018 (La Pare, 2540 m.ü.M.): 

Nach einem ausgiebigen Frühstück, zeitlich so geplant, dass frische Croissants da sind, starten wir kurz vor 0900 Uhr unsere Tour bei „Les Vuittes“ (ca. 1290 m.ü.M.). 

Zunächst folgen wir dem Bachlauf der Torneresse. Diese Route bietet einige Gelegenheit zum Frühturnen und verdient das Prädikat „wildromantisch“. Kurz nach Pâquier Mottier queren wir hoch zur Alp La Molaire. Der Aufstieg durch den Wald ist wie erwartet ruppig, die grosse Gruppe (16 Personen, davon 1 Snowboarderin und 1 Telemarkfahrer) bewältigt den Parcours aber ohne wesentliche Schwierigkeiten. Fondue und Meringue glacé double crème vom Vorabend sowie die Croissants liefern die nötige Energie. Kurz vor dem Pas de Sazième, auf ca. 1770 m.ü.M., legen wir eine grössere Pause ein. Zögernd beginnt die Sonne durch den Nebel zu drücken; die Sicht ist aber noch nicht gut.

Dennoch finden wir auf Anhieb die Abzweigung zur Alp Seron, von wo aus wir immer die Felsen der Rayes de Seron, links von uns im Nebel diffus erkennbar, als Orientierungshilfe nutzen. Auf ca. 1900 m.ü.M. kommen wir endlich aus dem Nebel und öffnet sich der Blick von Cape au Moine über Col de Seron zu unserem Ziel, La Pare. Der Schnee verspricht grosse Abfahrtsfreuden. Angekommen am Col de Seron gönnen wir uns eine weitere Pause, die Sonne wärmt angenehm und es ist überraschend windstill.

Beim Weiteraufstieg über den breiten Rücken der Pierres Fendues bleibt das Tempo gemächlich. Die Zeit arbeitet für uns, denn laut Wetterbericht sind die Chancen intakt, dass im Laufe des Nachmittags auch weiter unten der Nebel verschwindet. Eine Stunde später, nach knapp 5 h Aufstieg mit allen Pausen, erreichen wir den Gipfel. Die Aussicht ist eindrücklich. Freude herrscht! Da inzwischen doch Wind aufgekommen ist und auch die Kälte den Erwartungen zu entsprechen beginnt, machen wir uns rasch an die Abfahrt. Coffee time findet erst bei Pt. 2456 statt, wo wir etwas Schutz vor dem Wind haben. Leider steigt die Nebelgrenze unerwartet etwas an, so dass wir bis zum Col de Seron nicht ganz perfekte Sicht haben und aus Sicherheitsüberlegungen auf die Abfahrt über den NE-Hang verzichten müssen.

Doch dann verzieht sich der Nebel und wir haben bis nach Pâquier Mottier hinunter sehr gute Sicht. Auch entlang der Aufstiegsroute finden wir immer wieder kaum verfahrene, schöne Pulverhänge. Ab ca. 1700 m.ü.M. enden die Powderfreuden. Das Gelände gleicht hier einer Skipiste, was aber auch nicht schlecht zu fahren ist. Markus Breitenstein weist mich in eine Abfahrtsroute ein, die direkt nach La Molaire Dessous, 1400 m.ü.M., führt und uns die mühsame Abfahrt durch den Wald entlang der Aufstiegsroute erspart. 

Weiter geht es über das Flachstück via Pâquier Mottier zurück zum Ausgangspunkt. Für die Abfahrt wählen wir diesmal die offenen Wiesen. Auf den Bachlauf können wir gerne verzichten, so wertvoll dieser beim Aufstieg in touristischer Hinsicht war. Nach gut 7 Stunden sind wir zurück bei den Autos. Eine wunderschöne, sehr abwechslungsreiche Tour ist zu Ende. Allen meinen herzlichen Dank fürs Mitmachen!

Peter Stähli

 

 

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