Föhnsturm und Beinbruch

 

Leiter: Peter Lanz
Bergführer: Ueli Bühler
Teilnehmer: Paul Aebi, Ueli Brawand, Markus Breitenstein, Adrian Mischler, Peter Grogg, Rolf Stettler, Peter Gehrig

 

Freitag, 1. April 2016

Bereits früh am Morgen starten wir in Burgdorf und alle Teilnehmer treffen sich um 06:45 in Innertkirchen. Gemeinsam fahren wir mit einer Spezialbewilligung bis zur Handegg.
Von dort bringt uns die KWO Seilbahn bis zum Räthrichsboden-Stausee.

Leider hängen die Wolken relativ tief, womit nicht sicher ist, ob eine Besteigung des Brandlammhorns möglich ist. Wir steigen in Richtung Bächlisboden. Unterhalb der Bächlitalhütte sehen wir, dass der Gipfel des Brandlammhorns im Nebel liegt. Deshalb entscheiden wir, erst einmal in die Hütte zu gehen und uns mit einer Suppe zu stärken. Die Bächlitalhütte ist sehr gut eingerichtet und verfügt über genügend Wasser und Strom. Nach der kurzen Mittagsrast entscheiden wir uns, in Richtung Alplistock hochzusteigen. Wir erreichen den Wintergipfel problemlos ohne dabei in den Nebel zu kommen. Eine kurze rassige Abfahrt führt uns zurück zu Hütte, wo wir den ersten Tag ausklingen lassen.

Samstag, 2. April 2016

Heute geht’s in Richtung Gaulihütte. Kurz vor Erreichen des  Bächligetschers bemerkt unser Bergführer, dass Teile seiner Bindung (Gewindestift, Feder) fehlen. Die beiden Ueli gehen zurück um die Teile zu suchen. Glücklicherweise ist die Suche erfolgreich. Auf dem Bächligletscher geht’s in grossem Bogen zur Oberi Bächlilicken, die wir über eine Metallleiter erreichen. Auf der anderen Seite können wir, uns an Ketten haltend, über den Felsriegel absteigen. Nach einer kurzen Abfahrt schnallen wir auf ca. 2’800m wieder die Felle an und steigen in Richtung Hubelhorn. Unterhalb des Hienderstocks ist nochmals ein kleiner Felsriegel zu überqueren bevor es dann leicht ansteigend bis zum Tagesziel, dem Hubelhorn, ansteigt.
Wir werden mit einer schönen Aussicht belohnt.

In mehr oder weniger leicht fahrbarem Schnee geht’s runter Richtung Gaulisee. Auf den letzten Höhenmetern kurven wir mehr oder weniger elegant durch Nassschneehänge.
Nun steht noch der Aufstieg zu Gaulihütte bevor. Die Route ist nicht einfach zu finden, aber trotz warmen Temperaturen schaffen alle die letzten 200 Hm problemlos. In der Hütte werden wir mit einem Willkommenstee begrüsst.

Nach dem Nachtessen planen wir den kommenden Tag. Da die Hütte momentan keine Internetverbindung besitzt, müssen die Wetterinformationen via Telefon eingeholt werden. Auf Grund der Vorhersagen entscheiden wir uns, bereits am nächsten Tag via Rosenhorn und Rosenlauigletscher die Tourentage zu beenden

Sonntag, 3. April 2016

Im Schein der Stirnlampen steigen wir von der Gaulihütte Richtung Chamli hoch. Mit einer kurzen Abfahrt erreichen wir den Gauligletscher und steigen Richtung Wätterlimi hoch. Auf dem Gauligletscher machen wir noch eine ausgiebige Rast bevor wir in die Föhnzone gelangen. Über der Wätterlimi bläst uns der Wind ins Gesicht. Wir steigen weiter Richtung Rosenhorn. Beim Skidebot (Rosenlimi Helilandeplatz auf ca 3’500m) wird klar, dass eine Besteigung des Rosenhorns bei diesem starken Wind zu gefährlich wäre. Nach einer kurzen Stärkung fahren wir Richtung Wätterlimi und weiter über den Rosenlauigletscher ab. Die Fahrt über den Rosenlauigletscher ist sehr eindrücklich.

Auf Höhe des Dossenbiwacks passiert es dann. In einem Rechtschwung bleibe ich an einem Stein hängen und breche mir dabei den linken Unterschenkel. Es ist sofort klar, dass ich nicht mehr weiter fahren kann. Ruhig und überlegt helfen alle mit, die Rettung zu organisieren: Rega alarmieren, Bein stabilisieren, Patient versorgen, Patient warmhalten, Landeplatz markieren usw. Nach ca. 20’ landet der Heli leicht unterhalb der Unfallstelle. Ich werde versorgt und alle helfen mit, mich auf der Bare in den Heli zu transportieren. So enden für mich die Hochtourentage im Spital Interlaken.

Beeindruckend war für mich, wie ruhig, überlegt und professionell alle geholfen haben. Jeder hatte seine Aufgabe. Es kam nie Hektik auf. Super Team. Besten Dank an alle!

Während ich in Interlaken behandelt werde, fahren die anderen Richtung Rosenlauischlucht ab und werden beim Schluchteingang von einem Taxi abgeholt und nach Innertkirchen transportiert. Die Fahrer holen die Autos in der Handegg ab. Bei einem Umtrunk wird auf die drei schönen Tourentage im Gauligebiet angestossen.


Peter Lanz

PS:
Ich konnte nach 2 Wochen das Spital Interlaken verlassen und bin auf dem Weg der Besserung. Es wird schon noch ein paar Monate dauern bis ich wieder voll einsatzfähig sein werde. Hauptsache es kommt gut!

 

Der SAC Burgdorf wünscht seinem Tourenleiter Peter Lanz alles Gute und viel Geduld bei der Genesung!

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