Die Wanderung sollte am 21. Januar 2018 stattfinden, musste aber wegen des misslichen Wetters verschoben werden.

Auch am 28. Januar sah es nicht so aus, als ob wir dem Nebelgrau entfliehen könnten, nicht in unseren Breitengraden und schon gar nicht bei unserem Ziel zu den drei Flüssen Aare, Reuss und Limmat. Angesichts der Wetterquerelen im Januar konnten wir aber nicht wählerisch sein, und so bestiegen sieben Wandervögel in Burgdorf den Zug nach Brugg. Erst hier war die Gruppe komplett: Acht SAC-Mitglieder und die Schwester von Marianne Süess als Gast.

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Nach der Stärkung in der Bäckerei Frei, die wir bei der Stadtbesichtigung im Dezember kennen- und schätzen gelernt hatten, durchquerten wir die Altstadt von Brugg und gelangten bald an die Aare. Der Fluss führte Hochwasser, aber auf dem breiten, gut ausgebauten Spazierweg, der von mächtigen Eichen und blühenden Haselsträuchern gesäumt wurde, drohte uns keine Gefahr. Ab und zu sahen wir auch hier die Spuren der Winterstürme mit den drei weiblichen Namen.

Wir verliessen den Aare-Uferweg vor Windisch und wurden bald von der Reuss begleitet, der wir bis zu ihrem Zusammenfluss mit der Aare folgten. Wir überquerten den Fluss auf einer Eisenbahnbrücke und konnten von hier oben bewundern, wie mächtig die Aare durch die Verstärkung der Reuss geworden ist. Da gewöhnlich die Grösse eines Flusses namensbestimmend ist, wäre aus hydrologischer Sicht der Rhein ein Nebenfluss der Aare und nicht umgekehrt.

Nach Turgi führt ein Waldweg in Serpentinen zum Gebenstorfer Horn. Von diesem Aussichtspunkt hat man den wohl schönsten Blick auf das Wasserschloss der Schweiz, das Mündungsgebiet von Aare, Reuss und Limmat. Genau der richtige Ort, um Mittagrast zu halten; die Bänke standen schon bereit, und da auch die Jahreszeit stimmte, konnten wir ungehindert durch das Laub der Bäume nicht nur unser Picknick, sondern sogar die Aussicht geniessen. Zwar sah man keine Alpengipfel, aber der Blick reichte weit ins Tal und in das Auengebiet der drei Flüsse.

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 Die Sonne nahm den Kampf gegen den Hochnebel auf, und im Verlauf des weiteren Tages nahmen Wolken und blauer Himmel zu. Auf einem erholsamen Waldweg erreichten wir das Ausflugsrestaurant Baldegg. Hier herrschte viel Betrieb. Das Restaurant war geschlossen, aber die schöne Umgebung und vor allem der Kinderspielplatz locken trotzdem zum Sonntagsausflug. Die 152 Treppenstufen auf den Wasserturm wollte keine der Wanderinnen unter die Füsse nehmen. Uns genügte die Aussicht von unserem Standpunkt aus. Ausserdem erwartete uns ein anderer steiler Aufstieg. Oberhalb von Baden liegt die imposante Burgruine Stein und bietet einen schönen Blick über die Dächer der Altstadt, zur Lägern und hinunter zur Limmat. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen. Hier spielten sich im Jahre 1308 dramatische Ereignisse ab. Der Habsburger Herrscher Albrecht wurde von seinem Neffen ermordet. Daraufhin liess Königin Elisabeth das Kloster Königsfelden errichten.

Zahlreiche Treppenstufen führen hinab in die Altstadt. Wir verzichteten auf einen “Absacker“ in Baden und nahmen den Zug um 15.22 Uhr, um zu einer guten Zeit nach Hause zu kommen – jetzt bei strahlendem Sonnenschein.

Den meisten von uns war die hier beschriebene Gegend fremd, und wir freuten uns, dass wir wieder ein schönes Stück Schweiz kennenlernen durften. Den Verantwortlichen des Aargauer Weges müssten wir ein Kränzchen winden wegen der guten Beschilderung und der gepflegten Wege.

Ich danke meinen Mitwanderinnen herzlich für diesen schönen Tag.

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