Leitung: Renate Berger

Die Wetterprognosen für Sonntag versprechen nichts Gutes. Regen ist angesagt. Kurzentschlossen haben Bernadette und ich die Wanderung auf den Samstag umorganisiert.

Sechs wanderfreudige Frauen treffen sich am Bahnhof Burgdorf; in Olten kommen Therese und Verena hinzu. Kurz nach 10.00 Uhr treffen wir in Sursee ein, und unsere ca. dreistündige Wanderung nach Beromünster kann beginnen. Der Himmel ist bedeckt, die Temperatur angenehm. Wir durchqueren die schöne Altstadt, und bald erblicken wir den Sempachersee. Nun geht’s weiter nach Schenkon, und wir kommen zum Chäseriwald. Endlich können wir die geteerte Strasse und den Verkehrslärm hinter uns lassen. Nach einer Trinkpause geht’s nun durch den herbstlich gefärbten Wald, wunderbar durch das raschelnde Laub zu gehen, trotz des ziemlich steilen Aufstiegs. Wir erreichen die Anhöhe und verlassen den Wald. Der filigrane 127 m hohe Turm des einstigen Landessenders Beromünster lässt sich blicken. Er wurde 1931 erstmals in Betrieb genommen und tat seinen Dienst bis 2008. Der Weg führt nun durch eine sanft hügelige Landschaft mit Weiden und Äckern, vorbei an Bauernhäusern und Weilern nach Waldi. Ab und zu zeigen sich die Innerschweizer Berge: Rigi, Pilatus, Bürgenstock usw.

In Waldi beginnt der eigentliche Radioweg mit 7 Stationen. Es sind rot lackierte Kästen mit Lautsprechern und per Knopfdruck kann man Radio Beromünster zu verschiedenen Themen hören.

Da dieser Weg nur aus Hartbelag besteht und nicht angenehm ist zu gehen, habe ich mich für eine andere Route entschieden.

Nun geht‘s flott weiter, und unser Staunen ist gross, als wir bei einem grossen Erdbeerfeld noch halbreife Erdbeeren entdecken. Wir kommen Beromünster näher und sehen zwei hohe, schmale Gebäude, Tabakscheunen, die dazu dienten die Tabakblätter aufzuhängen und trocknen zu lassen.

Wir kommen zur „Waldkathedrale“ und treten ein. Es ist ein kleiner Wald auf einer Anhöhe über Beromünster. Hier wurde vor etwa 250 Jahren ein Garten angelegt mit Kieswegen, Sträuchern und Bäumen. Die Bepflanzung weist den Grundriss einer Kathedrale auf und diente einst den Chorherren des Stifts St. Michael zur Erholung und zum Lustwandeln. Die Anlage ist aus der Form gewuchert und die Bäume, vor allem Buchen und Kastanien, sind viel zu hoch gewachsen. Dennoch sieht das Stück Wald gepflegt aus mit vielen Sitzbänken. Hier machen wir Mittagsrast und lassen unseren Blick nochmals über die Landschaft und die fernen Berge schweifen. Auf einem schmalen Weg geht’s leicht bergab nach Beromünser, und wir stehen vor der mächtigen und prunkvollen Kirche St. Michael mit den hohen Reihenhäusern, die den Chorherren als Wohnsitz dienten.

Das Postauto fährt uns zurück nach Sursee, und nach gemeinsamer Einkehr trennen sich unsere Wege. Einige wollten frühzeitig zu Hause sein und zwei fahren über Bern zurück.

Wieder haben wir ein Stück unserer schönen Heimat entdeckt, und ich hoffe, dass diese Wanderung allen Beteiligten in guter Erinnerung bleibt.

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