In Schwanden, Säge stiegen kurz nach 9.00 Uhr zwölf unternehmungslustige Frauen aus dem Bus, der uns von Thun heraufgebracht hatte. Ohne den gewohnten Kaffeehalt schnürten wir gleich die Wanderstiefel, denn für den Nachmittag hatte der Wetterbericht Regen und Gewitter angekündigt. Da wollten wir schon wieder im Trockenen sein. Momentan schien uns diese Vorhersage unvorstellbar, denn die Sonne schien vom wolkenlosen blauen Himmel, ein leises Lüftchen wehte, die Fernsicht war  einmalig – also ideales Wanderwetter.

Der Weg führte uns über blühende Wiesen und  durch ein kleines Wäldchen stetig aufwärts. Beim Weiler Stampf gab es im Schatten eines mächtigen Baumes einen kurzen Trinkhalt, bevor wir das steilste Stück unserer Wanderung in Angriff nahmen. Die Sonne stand noch nicht im Zenit, trotzdem waren wir froh, dass dieser Anstieg durch den Wald führte. 

 

 

Auf der Obere Zettenalp, dem höchsten Punkt unserer Tour, hielten wir Mittagsrast in unmittelbarer Nachbarschaft des vorbereiteten 1. August-Feuers. Wir stillten Hunger und Durst, aber an der Aussicht konnten wir uns nicht satt sehen: Im Osten, unmittelbar in unserer Nachbarschaft, erstreckte sich der Sigriswilgrat und in seiner Verlängerung lugten schon die Sieben Hengste hervor, im Westen sah man den Jura mit dem Weissenstein und im Süden konkurrierte das Blau des Thunersees mit dem Himmel.

Wir stiegen hinab zur bewirtschafteten Untere Zettenalp und störten die Sonntagsruhe des Bauern, denn wir wollten ein Stück seines würzigen Bergkäses mit heim ins Tal nehmen.

Der anspruchsvollste Teil der Wanderung war sicher der schmale Pfad unterhalb des Sigriswilgrats, oberhalb einer steilen Geröllhalde. Unsere Stöcke taten hier gute Dienste, und wir waren froh, dass der Weg trocken war. Aber wir hatten uns zu früh gefreut. Kurz vor 14.00 Uhr und eher als wir es erwartet hatten, begann es zu regnen. Dieser kurze Schauer war jedoch nur der Vorbote eines heftigeren  Regengusses, gefolgt von Hagel, den wir gelassen und gut geschützt unter dem breiten Dach eines Kuhstalls abwarten konnten, denn unser Ziel war nah und bis zur Abfahrt des Busses blieb noch genügend Zeit. Nach zwanzig Minuten konnten wir unsere Wanderung fortsetzen.

 

 

Im Restaurant Innereriz, Säge konnten wir auf der Terrasse nicht nur unser Getränk geniessen, sondern auch wieder die Aussicht auf den Sigriswilgrat, den Burst und die mächtigen Sieben Hengste – wer hätte das vor einer Stunde gedacht!

Im Frühjahr hatte ein Jungbär den Weg in das Tal der Zulg bei Eriz gefunden und jetzt auch wir im dritten Anlauf! Ich danke Euch couragierten Frauen, dass Ihr trotz Gewitterwarnung mitgekommen seid.

 

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