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Leiter: Peter Stähli

Teilnehmer: Andrea Blaser, Barbara Bay, Adrian Mischler, Trudi Stäuber, Markus Thommen, Paul Schmutz, Florian Reinhard, Ueli Brawand, Peter Lanz, Rolf Stettler, Christine Lobsiger, Michael Lobsiger

Nachdem ich die Tour am Nachmittag vorher rekognosziert habe, treffen wir uns am Samstagmorgen 0730 beim Hallenbad und können um ca. 0900 in der Chiley starten.

Zuerst geht es flach in Richtung Steinboden. Bald gelangen wir zum Waldrand, wo wir über den spärlich eingeschneiten Waldweg zur ersten Alp hochsteigen. Eine gute Gelegenheit, die Steigfelle auf Festigkeit zu testen. Eine kurze, etwas abschüssige Traverse wird entschärft, indem ich eine Spur trample, die Ueli mit Ski anschliessend glättet. So kommen alle sicher und problemlos weiter. Auf der Laube der ersten Alphütte oberhalb des Waldes folgt eine Pause.

Dann geht es weiter mit einer Querung in den untersten Steilhang unserer heutigen Tour. Hier kommen die Pickel zum Einsatz, um allen eine möglichst bequeme Spur zu ermöglichen. Im Steilhang, der von eisigen Brocken der in den letzten Wochen abgegangenen Lawinen übersäht ist, geht es so weiter. Hindernisse werden weggehackt, für Spitzkehren werden Podeste gehackt. Seit dieser Tour weiss ich, dass Hacken warm gibt...

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Oberhalb dieses Hanges folgt dann eine bequeme Spur in gut gesetztem Pulver auf fester Unterlage. Wir können Pickel und Harscheisen versorgen. Einzig die Sicht lässt zu wünschen übrig, aber es reicht, um die Spur zu sehen. Gewissheit, noch richtig unterwegs zu sein, geben Höhenmesser und Karte (und für Notfälle hätten wir noch GPS). Auch im obersten Steilhang erlauben die Verhältnisse einen bequemen Aufstieg. Vorübergehend wird die Sicht etwas besser. Nach 3 h 30' erreichen wir den Gipfel, was angesichts der Verhältnisse sicher eine gute Zeit ist. Trotz fehlender Aussicht macht der Aufstieg in sportlichem Gelände Freude. Wir gönnen uns eine längere Gipfelrast - es ist fast windstill und bei weitem nicht so kalt wie erwartet. Coffee-time also, und der Kirsch findet grösseren Zuspruch als vor einer Woche. Leider nutzt das Wetter die Chance nicht, besser zu werden.

So verzichten wir auf die Abfahrt in die Grimmifurggi und fahren nach einigen Metern auf dem SE-Grat in den Osthang ein. Um den Teilnehmern etwas mehr Referenzpunkte im Gelände zu bieten, bilden 4 Personen eine Menschenkette mit 50 m Abstand von Person zu Person, der die Gruppe dann bis zur untersten Person folgt, usw. So können alle trotz der schlechten Sicht den an sich traumhaften Pulverschnee geniessen.

Der unterste Steilhang wird dann zum pièce de résistance der Abfahrt, die Sicht ist auch hier noch nicht sehr gut und es gilt, den eisigen Lawinenbrocken möglichst auszuweichen. Ganz am linken Rand des Hanges gelingt dies einigermassen. Nach diesem Hang queren wir auf der Aufstiegsspur ein wenig in Richtung Alphütte. Sobald unter uns keine Eisbrocken mehr sind und wir genügend Breite für ein paar schöne Schwünge haben, halten wir auf den Fahrweg zu, der die Alp aus Richtung Steinboden erschliesst. Hier ist nun die Sicht besser; wir sind unter der Wolkenbasis angekommen. Der Fahrweg ist an einigen Stellen ebenfalls von Lawinenschnee überschüttet, was zum Teil heikel und zum Teil etwas lästig ist. Auf ca. 1500 m kommen wir wieder in die Chiley.

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Der Hang zurück zum Parkplatz verspricht eine schöne Abfahrt, nur leider eine kurze, dann wird es flach. Deshalb entscheiden wir, die Felle nochmals aufzuziehen und steigen gut 100 m hoch zu einer namenlosen, mit einigen Bäumen bestandenen Kuppe zwischen Pt. 1558 und Pt. 1664. Hier erreichen wir wieder die Wolkenbasis, auch setzt Schneefall ein. Wer noch ein wenig rasen will, kann sich nun bis ins Flache austoben. Gemütlich gleiten wir dann im flachen Teil zum Parkplatz zurück, wo wir nach knapp 6 Stunden ankommen.

Anschliessend treffen wir uns im Restaurant Tiermatti zum Schlusstrunk. Fazit: Eine Tour in wenig bekanntes, etwas anspruchsvolleres Gelände, die "dank" des schlechten Wetters und der Lawinenkegel noch zusätzlich eine sportliche Note bekommt. Wer Touren mit einigen sportlichen Einlagen und ab und zu etwas rauhere Bedingungen mag, kam hier auf seine Rechnung. Allen herzlichen Dank fürs Mitmachen und den anwesenden Tourenleiterkollegen auch für ihre Beiträge zum guten Gelingen der Tour!

Peter Stähli

Kommentare  

#1 Brawand Ueli 2018-02-12 20:06
Isch ganz e spezielli Tour gsy. Würdi gärn mal ohne Schneerutsch-Chegle mache. 8)

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