Am Samstag und am Sonntag wurden Touren in zwei Gruppen mit unterschiedlicher Leistungsbereitschaft durchgeführt.

 20180 03 130157

Leiter: Peter Stähli (schnellere Gruppe), Roger Danthine (gemütliche Gruppe)

Teilnehmer: Rolf und Fränzi Stettler, Markus Breitenstein, Michael und Christine Lobsiger, Fritz Boss, Barbara Bay, Tony Glaus (Samstag), Gabi Rutschmann, David und Monika Schmid, Paul Schmutz, Peter Lanz, Adrian Mischler, Lisbeth Fahrni

Samstag

Nach der Anreise auf die Schwarzwaldalp können wir um ca. 1015 Uhr die erste Tour starten.

Bericht von Peter: Die schnellere Gruppe quert zunächst flach in Richtung Rufenenhubel, um dann über Chrüteren und Chrüterenläger (1. Pause) zügig zum Tschingel aufzusteigen. Entgegen den eher durchzogenen Wetterberichten wird das Wetter immer besser, sogar längere sonnige Intervalle mit blauem Himmel geniessen wir. Am Tschingel kann man schon fast von Frühlingswetter sprechen, kalt haben wir jedenfalls nicht. Die Lawinengefahr ist an der Grenze zwischen „gering“ und „mässig“. Etwas früher als erwartet erreichen wir den Tschingel. Die Gipfelrast widmen wir Kaffee, Kirsch und Basler Leckerli, den Hauptgang hatten wir bereits im Chrüterenläger. Ein Freiwilliger aus einer anderen Gruppe ist rasch gefunden, der ein Gipfelfoto von der ganzen Gruppe macht. Die Abfahrt ist eine angenehme Überraschung: Wohl müssen wir auf die verfahrene, harte Unterlage Acht geben, um nicht hängen zu bleiben, doch sind die 10-20 cm Pulverauflage sehr schön zu fahren. So kommen wir viel schneller als erwartet zu Pt. 1626, wo wir die Steigfelle wieder aufziehen, um über Grindelfeld zum zweiten Gipfel des Tages aufzusteigen, dem Grindelgrat. Ein Teil der Gruppe zieht es vor, kurz unter der Alp Grindelfeld umzukehren und über die Aufstiegsroute zur Schwarzwaldalp zurückzukehren. Der Rest der Gruppe erreicht nach einer kurzen Pause bei Grindelfeld mit dem auf der Abfahrt herausgeholten Vorsprung den Grindelgrat. Es hat noch etwas Kaffee und dank gütiger Mithilfe der Gruppe muss ich diesen nicht hinuntertragen. Kirsch scheint weniger gefragt zu sein. Die Pause ist nur kurz, denn es hat zugezogen und ist nun so kalt wie im Wetterbericht vorausgesagt. Über Pt. 2168 und Schottenraina fahren wir zur Schwarzwaldalp ab. Auch hier ist der Schnee, abgesehen von den Karrspuren in der Unterlage, eine einzige angenehme Überraschung. Und trotz Wolkendecke haben wir nach wie vor gute Sicht. So kommen wir mit deutlichem Vorsprung auf den Zeitplan auf der Schwarzwaldalp an. Fazit: Eine sportliche Tour mit 1600 Höhenmetern, zwei landschaftlich sehr abwechslungsreichen Aufstiegen und zwei wunderschönen Abfahrten. Der Auftakt ist gelungen!

Bericht von Roger: Wir haben es wie schon angekündigt gemütlicher genommen. Anstelle sofort loszuhetzen gabs noch einen Kaffee im Hotel. Aber dann trotzdem los, denn bei dem schönen Wetter will ja niemand drinnen bleiben. Wir stiegen direkt in Richtung Grindelgrat auf, den wir - mit den üblichen Pausen - über Pkt. 1769 - Schottenraina - Läger erreichten. Es blies leider ein recht kalter Wind, sodass wir beschlossen den "Gipfelrast" kurz zu halten. Die Schneeverhältnisse waren überraschend gut um nicht zu sagen hervorragend. DIe Wolken haben sich dann wieder etwas verzogen, dem ausgiebigen Rast Bei der Hütte Pkt 1769 stand nichts im Wege. Kurz vor der Schwarzwaldalp haben wir uns dann getrennt, die einen sind nochmals etwas aufgestiegen, die anderen direkt hinuntergefahren. Eine schöne Tour bei sichersten Verhältnisse um die 100 Höhenmeter.   

Sonntag

Bericht von Peter: Kurz nach 0830 Uhr starten wir. Diesen Morgen ist es kälter als gestern und die Sonne drückt zwar zeitweise durch die Wolkenschicht, kann sich aber nie ganz durchsetzen. Die Lawinensituation hat nicht geändert. Wir steigen wiederum zügig auf, mässigen uns aber gegenüber gestern etwas. Die heutige Tour ist länger. Über die Alp Pfanni gelangen wir zum Breitenboden. Nach einer kurzen Pause nehmen wir den kurzen Steilhang in Angriff, der den Zugang zum Bandspitz eröffnet. Wir finden hier und auch im restlichen Aufstieg eine sehr gut angelegte Spur vor, so dass sich der Aufstieg problemlos gestaltet. Unseren ersten Gipfel, den Bandspitz, erreichen wir dank dieser günstigen Umstände früher als geplant. Da es eher kühl ist, halten wir die Pause kurz und machen uns an die Abfahrt. Der Osthang des Bandspitz ist ein wahrer Geheimtipp für gut erhaltenen Pulverschnee. So ist es auch heute. Die Unterlage ist weniger verkarrt als gestern, was den Genuss noch erhöht. Erste Jauchzer ertönen. Bald schon sind wir wieder im Breitenboden, den soeben die gemütliche Gruppe passiert hat. Wir gönnen uns eine längere Pause; Kaffee und Güezi machen die Runde. Dann steigen wir weiter in westlicher Richtung gegen das Hagelseewli, wo wir die gemütliche Gruppe einholen. Wer will kann hier die Gruppe wechseln. Die beiden Leiter sprechen den nächsten Treffpunkt ab und wir setzen unseren Aufstieg in Richtung Wart fort. Hier wird es wegen des Windes und der Kälte etwas ungemütlich. Der Gipfelhang ist zu abgeblasen, so machen wir Ski- und für die Teilnehmer auch Rucksackdepot und schauen, dass wir möglichst rasch zum Gipfel hochkommen. Go light go fast… Der Wildgärst macht seinem Namen heute alle Ehre. Das Gipfelfoto lassen wir uns aber nicht nehmen und auch die Bouillon tut gut. Die Freude über die bis hierher gesammelten Höhenmeter (immerhin 1800) ist gross. Beim ebenso zügigen Fussabstieg beginnt das Wetter wieder zu bessern. Wir schauen, dass wir möglichst rasch von der Wart wegkommen und treffen auf dem Blau Gletscherli Roger mit seiner Gruppe. Hier hat es weniger Wind. Wir beschliessen aber, die begonnene Abfahrt gleich fortzusetzen und folgen Rogers Gruppe bis unter das Schrybershörnli, wo beide Gruppen nochmals pausieren und sich über den Haslikuchen hermachen. Auch Kaffee macht die Runde, beim Kirsch ist wiederum Zurückhaltung festzustellen. Bis hierher war die Abfahrt ein Traum in Pulver. Sie bleibt es das ganze Wischbääch-Tal hinunter. Freudengeheul lässt die Berge erzittern … Bei Pt. 2011 schliessen sich beide Gruppen zusammen und wir fahren an Scheidegg Oberläger vorbei über Pt. 1854 und Bidem in den Schwandboden, alles bei bestem Pulverschnee auf harter, etwas welliger Unterlage. Die restlichen Abfahrtsmeter legen wir auf der weissgeräumten Strasse zurück, erst die letzten wenigen 100 Meter folgen wir noch der Ratrac-Piste, die, welch Zufall, direkt zum Hotel Schwarzwaldalp führt. Dort feiern wir diese sportliche, für SAC-Verhältnisse sicher lange Tour mit der Situation angepassten Getränken.

Gruppe Roger:

Kurz nach der schnellen Gruppe haben auch wir die Felle montiert und sind auf der gleichen Spur bis auf den Breitenboden aufgestiegen. Nach dem uns die "Schnellen" eingeholt haben und weil das Wetter immer garstiger wurde, wollten wir nur bis zur Wart aufsteigen und dort auf Peter's Gruppe warten. Aber dort war es zu windig und wir fuhren schnell etwas hinunter in den Windschatten. Von hier aus fuhren wir dann alle gemeinsam hinunter. Auch für uns war es eine schöne Tour, die im Wischbäächtal ihren würdigen Abschluss fand.

Etwas nach 1600 Uhr verabschieden wir uns und machen uns an die Fahrt nach Burgdorf. Es war ein wunderschönes Tourenwochenende, bei dem alle auf ihre Rechnung kamen, seien sie eher Freunde gemütlicher Touren oder Liebhaber langer, sportlicher Touren. Dank dem Hotel Schwarzwaldalp, das uns auch dieses Jahr wieder mit einem sehr guten Nachtessen, einem grosszügigen Frühstücksbuffet und einem ausserordentlich freundlichen Service verwöhnte, kam auch das Gemeinschaftserlebnis nicht zu kurz.

Peter Stähli, Roger Danthine

 

 

Kommentare  

#1 Brawand Ueli 2018-02-11 06:52
Gratuliere zum tollen Tourenwochenende! Wäre auch gerne dabei gewesen.

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